Landschaftsfotografie
Neue Blickwinkel auf den Mont-Saint-Michel
Den französischen Klosterberg Mont-Saint-Michel lichteten zahllose Touristen von allen Seiten ab. Daher musste sich der berühmte Elger Esser anstrengen, um einen Bildband ausschließlich mit diesem Motiv zu füllen. Seine stärksten Bilder gelangen ihm, wenn er die Natur einbezog. Ganz im Sinne der Romantik ruft er Gefühle hervor wie Caspar David Friedrich mit seinem „Mönch am Meer“. Hierzu trägt auch die Farbtonung bei, die zudem den Unterschied zwischen Klicki-Bunti und Kunstsinn verdeutlicht.
Darüber hinaus bewundert man das UNESCO-Welterbe in Gezeitenströmungen oder in Detailansichten wie Kirchenfenstern, Buchmalereien, der Kapelle Saint-Aubert sowie in Farb- und Schwarz-Weiß-Varianten. Allerdings erweckt das beim Durchblättern den Eindruck, dass Esser den Auftrag des Denkmalamts „Centre des Monuments Nationaux“ gelegentlich eher pflichtbewusst erfüllte. Im Kontrast dazu verlor er sich bei der abgerundeten Fotoserie über den Monet-Garten in Giverny weniger in Teilaspekten. Doch Freunde des Bauwerks werden gern bei den vielen Blickwinkeln verweilen. Denn der Meister schafft es immer wieder, in dem Hotspot einzelne Augenöffner aufzuspüren und Lichtstimmungen zu erfassen.
Elger Esser: Mont-Saint-Michel. Schirmer/Mosel 2024, Deutsch, Englisch, Französisch, 156 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 8296 0974 6, Preis: 78 Euro