Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Leben und Vergänglichkeit feiern

Stillleben von Vera Mercer in Berlin zu sehen

Üppige, meist großformatige Stillleben stehen im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens von Vera Mercer. Ähnlich wie ihre historischen Vorbilder stehen sie für Lebenslust und Vergänglichkeit. Doch trennt Mercer nicht zwischen den klassischen Blumen- oder Jagdstillleben mitsamt ihren jeweiligen moralischen Bedeutungen, die die Lebenswelt der Stadtbürger vor zig hundert Jahren ausdrückte - heute wäre die moralische Bedeutung einer Gans für die meisten ohnehin unverständlich. Sie schwelgt einfach in Farben, Formen, Texturen und Lichtreflexionen. Ausgewählte Werke sind ab 18. Dezember 2016 im Bikini Haus Berlin in der Budapester Straße im 2. Obergeschoss zu sehen. Die Ausstellung steht täglich von 12 bis 18 Uhr offen.

In Arrangements auf einem Kaminsims oder Holztisch präsentiert Mercer Tiere und Früchte, altes Glas und Silberbesteck, gelegentlich ergänzt sie riesige Blätter, Blumen, Eier oder Tierknochen. Allein schon die wunderbare Inszenierung erfreut das Auge. Die Kochkünstler unter den Besuchern wird auch freuen, dass sie im Zeitalter denaturierter "Convenience Food" selbst einen Entenkopf als Augenschmaus zugänglich macht.

Vera Mercer, geboren 1936 als Vera Mertz in Berlin, studierte Ende der 1950er-Jahre zunächst Tanz in Kiel und Darmstadt. Mit ihrem ersten Ehemann Daniel Spoerri zog sie nach Paris und wurde zum Bestandteil der künstlerischen Avantgarde um Niki de Saint-Phalle, Eva Aeppli, Emmett Williams und Jean Tinguely. Sie porträtierte dort berühmte Künstler, unbekannte Menschen sowie die Pariser Markthallen und Restaurants. Ab 2004 konzentrierte sie sich auf Stillleben.


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