Neugier, Mut und Abenteuer
Fotografinnen auf Reisen
Allein zu sein bedeutet nicht, einsam zu sein. Die „Fotografinnen auf Reisen“ – so der Titel einer Ausstellung – waren zwar solo unterwegs, aber dafür umso kontaktfreudiger. Auf diese Weise entdeckten sie ihre Stärken und schärften ihren Blick.
Die Ausstellung umfasst zirka 160 Werke. Sie stammen von 22 Fotografinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese durchquerten während ungefähr hundert Jahren das nahe Frankreich bis hin zum fernen Japan.
Einen Pluspunkt des Alleinreisens erkannte etwa Franziska Stünkel (geboren 1973). In einem Interview mit dem Sender n-tv www.n-tv.de/leben/Franziska-Stuenkel-sucht-und-findet-article21633912.html sagte sie: „Als allein reisende Frau komme ich in Räume, wo Gleichberechtigung nicht selbstverständlich ist. […] Aber durch Bewegung, Haltung, Mimik kann ich spüren, was für ein Gefühl der andere in sich trägt.“ Der Nachteil einer solchen Zurücksetzung gerät hier zum Vorteil: Denn wer am Rande steht, wird sensibler und überblickt das Ganze.
Selbstredend ist Diskriminierung kein guter Tipp, um bessere Bilder zu erhalten. Vielmehr setzten sich die Fotografinnen trotz der Ausgrenzungen über alle Grenzen hinweg. Gerade diese Freiheit, die sie sich selbst nahmen, eröffnete ihnen neue Blickwinkel.
- 4. Mai – 13. Juli 2025
- Kunstforum Ingelheim – Altes Rathaus