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| Kategorien:  Literatur  

Objektive Architektur

Neues Buch: Thomas Struth dokumentiert wenig beachtete Stadtarchitektur

Thomas Struth (geboren 1954) studierte zunächst Malerei bei Gerhard Richter, dann aber Fotografie bei Hilla und Bernd Becher, den Begründern der Düsseldorfer Photoschule. Die Prägung durch den objektiven Ansatz dieser Schule lässt sich auch im Werk Struths erkennen.

Seine frühen Architekturaufnahmen aus den späten siebziger Jahren, fotografiert in New York und Düsseldorf, hat er stets gleich aufgebaut: Sie zeigen Straßenzüge, und zwar stets in der Zentralperspektive, der Fluchtpunkt liegt mittig. Es sind keine Hauptverkehrsadern oder belebte Einkaufsstraßen, die Struth mit seiner Großformatkamera dokumentiert. Es sind – und das deutet der Titel des Buchs ja schon an – „Unconscious Places“, also Orte, die kaum bewusst wahrgenommen werden, deren Architektur kaum als solche wahrgenommen wird, die aber dennoch Bedeutung haben als Wohn- und Arbeitsort. Seine späteren Arbeiten sind freier und zeigen neben Gebäudeensembles auch einzelne Bauten. Seit 1992 fotografiert Struth fast nur noch in Farbe.

Das Buch zeigt 228 Bilder aus mehreren Jahrzehnten. Ein zwölfseitiges Essay des amerikanischen Kultursoziologen Richard Sennett liefert Hintergrundinformationen zur Biographie Struths und zur kunstgeschichtlichen Einordnung seines Werks.

Thomas Struth: Unconscious Places. Schirmer/Mosel 2020, 264 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 82960 880 0, Preis: 29,80 Euro

 

 


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