Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur  

Sehnsuchtsorte

Mein griechisches Dorf

Ein typisches Reisephänomen ist: Man fährt in die Fremde, nur um einen Ort zu finden, an dem man sich ganz zuhause fühlt. Stolz erzählt der Heimkehrer dann vom griechischen Dörflein, in dem er nach zwei oder drei Wochen wie ein Einheimischer gegrüßt wurde. Der Autor Wolfgang Bernauer ist immerhin mehrere Jahre vertraut mit „seinem“ Griechenland, und das sieht man den Aufnahmen an.

Schon als junger Student fuhr Bernauer zu einem der ältesten Sehnsuchtsorte der Deutschen (oder in seinem Fall: Schweizer). Im Jahr 1996 startete er ein Langzeitprojekt über hellenische Dörfer, für das er Mönche, Hirten, Handwerker und Kaffeehausbesitzer ablichtete. Einfühlsame Fotografen wissen: Wenn ein Fremder wiederkehrt, sich Zeit nimmt und interessiert nachfragt, öffnen sich die Menschen zunehmend, was die Basis für jedes stimmungsvolle Porträt ist.

Bei Plaudereien mit den Einheimischen konnte Bernauer interessante Blickwinkel wählen, sodass er zumeist überdurchschnittliche Reiseeindrücke festhielt: von Kostas, dem Maultiertreiber, Dimitrios, dem Messerschmied und der alten Sophia, während sie Osterbrote backt. Das Ergebnis ist ein Lehrstück für jeden Urlaubsfotografen und ein Vergnügen für jeden Griechenland-Fan – ebenso entspannt, wie die Aufnahmen entstanden, kann man in ihnen blättern.

Wolfgang Bernauer: Mein griechisches Dorf. fotoforum-Verlag 2019, 148 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 96546 002 7, Preis: 49 Euro


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