Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur  

Sieg der Verwandlungskünstler

Charles Fréger dokumentierte lebendige Magie

Charles Fréger zeigt mehr als nur Karnevalskostüme. Sein Buch feiert Freiheit und Kreativität. Der Titel „Cimmaron“ ist die spanische Bezeichnung für entlaufene Sklaven. Diese gründeten im Laufe des Exodus eigene Siedlungen, in denen sie afrikanische, indianische und europäische Einflüsse verschmolzen.

Entgegen landläufiger Vorstellungen von archaischen und damit unveränderlichen Kulturen formten etwa afrikanische Maskentänzer diverse Einflüsse nach ihren Vorstellungen um. Damit schlugen sie einerseits kolonialistischen Unterdrückern ein Schnippchen und erhielten andererseits ihre Glaubensgemeinschaften. Insbesondere beim Karneval entfalten diese Verkleidungen noch heute ihre ganze Pracht. Der Fotograf Charles Fréger dokumentierte sie vor monochromen Hintergründen oder in passender Landschaft.

Selbst wer die Kostüme nicht interpretieren kann, ist von der überbordenden Fantasie hingerissen, die ihre Schöpfer auszeichnet: bizarre Karikaturen von Sklavenhaltern, alte Yoruba-Götter, indianische Schamanen und christliche Heilige. Erfreulicherweise sind alle Bilder im Anhang erklärt, was den Buchautoren kenntnisreich und schön illustriert gelang. 

Charles Fréger: Cimarron – Freiheit und Maskerade. Kehrer 2019, 320 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 86828 906 0, Preis: 30 Euro


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