Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Trio infernale

Guy Bourdin. Helmut Newton. Angelo Marino

Die „Helmut Newton Stiftung“ in Berlin präsentiert Bilder Guy Bourdins (1928 bis 1991) zusammen mit denen von zwei weiteren Fotoextremisten. Bereits alleine sind Bourdins Werke zündend, vereint mit denen von Helmut Newton und Angelo Marino bestaunt man ein Feuerwerk skurriler Ideen.

Anfang der 1960er Jahre buchte der Schuhhersteller „Charles Jourdan“ den Fotografen. Dem gelang es, selbst mithilfe von Pumps verstörende Dramen zu inszenieren. Dass sie dauerhaft im Gedächtnis bleiben, ist Bourdins penibler Technik zu verdanken. Der Fotograf benutzte unter anderem eine Mittelformatkamera, die sorgfältig ausgerichtet werden musste. Sein Drang zur Perfektion kannte kaum Grenzen: Grace Coddington, „Creative Director“ bei der „Vogue“, berichtete, dass er ein Model in Plastik packte und ins kalte Wasser schickte, dessen Oberfläche er mit zäh anhaftender Emaille­farbe aufge­hübscht hatte. 

Ein solches Shooting mag skrupelllos erscheinen, kann aber als Widerschein dessen gelten, was in der Kommerzwelt lauert: gnadenlose und doch verführerische Leidenschaften. Auch Newton spiegelte dies wider, indem er etwa Frauen inmitten von Autoersatzteilen inszenierte. Tatsächlich hatte der eine die Arbeit des anderen im Blick und sie ergänzten einander, wie Newton sagte: „Wären er oder ich alleine gewesen, hätte es nicht so geklappt.“ 

Die Verbindung zu Angelo Marino ergibt sich vorrangig daraus, dass er Assistent Newtons war. Er reizte alle Mittel des iPhone-Schnappschusses aus, um Momente als knallige Kunstobjekte zu überhöhen.

Unter dem Titel „Guy Bourdin. Image Maker/Helmut Newton. A Gun for Hire/ Angelo Marino. Another Story“ ist die Ausstellung bis 13. Mai 2018 zu sehen. Anlässlich der Ausstellung erscheint auch die Publikation „Guy Bourdin. Image Maker“. Die Begleittexte verfassten Shelly Verthime (Kuratorin des Guy Bourdin Estate) und Matthias Harder (Kurator der Helmut Newton Stiftung). Herausgebracht wurde es vom Verlag Assouline, Paris/New York.


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