Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Oscar Barnack Award 2024: Weltverändernd

Sieger des LOBA 2024 gekürt

Der Leica Oscar Barnack Award geht nicht einfach nur an herausragende Fotos. Ihn erhalten Fotografinnen und Fotografen, die „in unserer persönlichen und kollektiven Erinnerung bleiben“, wie Art Direktorin und Jury-Mitglied Karin Rehn-Kaufmann betonte. Und das mittlerweile zum 44. Mal.

Am 10. Oktober 2024 wurde der Sieger in der Pilgerstätte für Kamera- und Foto-Enthusiasten – die Leica Welt im Städtchen Wetzlar – bekannt gegeben. Ein Redakteur von FOTO HITS schildert, wie der Award neue Strömungen in der Bildkunst erkennbar macht:

Bemerkenswert ist, dass acht der zwölf Nominierten weiblich sind. Wer nun „Quotenfrauen“ schreit, hat ihre Fotoserien nicht gesehen. Die gebürtige Armenierin Anush Babajanyan etwa berichtet vom fast vergessenen Krieg in Bergkarabach. Sie fand Bilder, die zartfühlend und gerade deshalb umso eindringlicher offenlegen, was dieser Konflikt für junge Soldaten, Familien und Kinder bedeutet.

Ihre Dokumentation legt eine weitere Tendenz offen: Authentisches wird angesichts von KI-generiertem Content immer wichtiger. Dies gilt erstens für die Autoren selbst. Benedetta Donato, die neben anderen Experten die 106 Nominierten auswählte, erläuterte, dass für sie in erster Linie wesentlich war, wie diese an ihre Projekte herangingen – ehrlich sollten sie sein!

Ergänzend erläuterte Juror Per Gylfe den zweiten Aspekt, nämlich dass die Lichtbildner neue Wege fanden, sich auszudrücken, und damit sehr persönliche Blickwinkel einnahmen.

Er fügte auch die dritte Tendenz hinzu: Früher bereisten westliche Fotografen fremde Orte, um ihre Eindrücke zu schildern. Nun sind es die Fotografinnen und Fotografen wie hier aus dem Iran oder Moldawien, die uns aus erster Hand berichten.

DER GEWINNER

Am Ende siegte freilich ein Mann und Europäer, der Italiener Davide Monteleone. Doch verdiente er sich den Award ohne Wenn und Aber. Seine Aufnahmen von Minen, die für moderne Elektrotechnik essenzielle Erze bergen, überzeugen in jeder Hinsicht. Die Farben sind prachtvoll und die Blickwinkel atemberaubend. Trotzdem bieten sie noch Raum, um von den Menschen zu erzählen, die sich unter Lebensgefahr durch winzige Stollen zwängen.

Neu ist seine Haltung: Er drückte nie den Auslöser, wenn etwa kongolesische Bergarbeiter eine demütige Körpersprache einnahmen. Monteleone will ihnen niemals die Würde rauben.

Die Welt hat sich gewandelt, und mit ihr die Fotografie. Die erfrischend neue Haltung der Nominierten gibt freilich Hoffnung, dass die Kamera ein entscheidendes „Werkzeug bleibt, um unser Bewusstsein zu verändern“, wie Benedetta Donato zum Abschluss sagte.


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