Insta360 Luna Ultra

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Kleine Freiheiten für großes Kino

Die Luna Ultra erinnert mit ihren beiden Linsen an Wall-E, den niedlichen Roboter aus dem Kinofilm. Doch im Gegensatz zum rostigen Auslaufmodell ist sie mit aktueller Spitzentechnik ausgestattet. Ein Redakteur der FOTOnow! hatte sie während der Produktvorstellung in Wetzlar bereits in der Hand und konnte sich so einen Eindruck verschaffen, was sie Bloggern, Vloggern oder für schlichte Urlaubsvideos bringt.

Als offensichtliches Extra wurden eingangs die zwei Linsen genannt. Eine davon ist eine 20-Millimeter-Brennweite, ein mit Leica konstruiertes Summicron. In der Praxis ist das eine bewährte Brennweite, um sich selbst aus der Hand zu filmen. Wie unter "Mehr Spielraum" nachzulesen ist, ist darüber hinaus (fast) nur der Himmel die Grenze.

Die zweite Linse ist auf 60 Millimeter ausgelegt, bei Zoomstufe drei springt die Luna Ultra auf diese Brennweite. Insgesamt kann man hiermit verlustfrei sechsfach Zoomen. Dies lässt sich digital ausbauen, was eine Vergrößerung sogar auf Faktor zwölf ermöglicht. Zusammen mit der abnehmbaren Fernbedienung ergibt sich ein unschlagbares Team.

Mehr Spielraum

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Eine der Stärken der Insta360 Luna Ultra: das Linsensystem mit einem Summicon, das zusammen mit Leica designt wurde.
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Hier ist die abnehmbare Bedieneinheit samt Monitor zu sehen. Die einfache Idee verleiht jedem Video einen kreativen Schub.

Als Besonderheit ist die Luna Ultra mit einer abnehmbaren Fernbedienung samt Zwei-Zoll-Monitor ausgestattet. Sie erlaubt einem Content Creator nie gekannte Freiheiten: Häufig befestigt er etwa seine Kamera auf einem Teleskop-Stab, wo sie außerhalb der Bedienreichweite liegt. Nun ist es unter anderem möglich, die Belichtung anpassen und die zu Aufnahme starten oder zu beenden.

Ebenso gern stellt ein Reiseblogger seine Kamera etwa vor einer Bergkulisse ab, um dann über Erlebnisse zu berichten. Nun besitzt er die Freiheit, die Kamera zu schwenken oder auf ein Detail oder das eigene Gesicht zu zoomen, ohne die Aufnahme zu unterbrechen.

Clever eingesetzt (etwa mit Timelapse, Panorama-Modus oder Zeitlupe), erlaubt das kleine Detail großes Kino. Dank einem aufgeräumten Menü erschließen sich die Optionen praktisch von selbst. Experimentierfreudige schnallen das Gerät sogar auf einen Multikopter oder Dolly und bedienen es aus bis zu 20 Metern Entfernung!

Insta360 Luna Ultra
Aus dem Batterie-Modul zieht man kleine Standfüße heraus, um die Insta360 Luna Ultra wie hier auf einem Felsen aufzustellen. Ein Reiseblogger kann dann frei die Landschaft präsentieren und dabei aus der Ferne zoomen, schwenken oder die Belichtung anpassen.

Als weitere Möglichkeit kann sich ein Benutzer aus mehr Blickwinkeln filmen wie bisher. Während er sich vor der Kamera bewegt, helfen ihm einige Tracking-Funktionen: Auto Tracking (die Kamera folgt ihm), Group Tracking (sie folgt einer Gruppe), Active Zoom Tracking (die Bildwinkel werden dynamisch angepasst) und Smart Framing (die KI wählt den besten Bildausschnitt). Selbst wenn also Bäume oder Autos ins Bild geraten, bleibt das Hauptmotiv stets scharf.

Nicht zu vergessen verfügt die Fernbedienung über ein integriertes Mikrofon. Daher leistet es bei Interviews nützliche Dienste. Noch zweckmäßiger dürfte es sein, sich frei in einer Umgebung zu bewegen, Kommentare hineinzusprechen und dabei einen Filmmodus zu ändern.

Schöner filmen

Wandert man mit der Luna Ultra los, überzeugt sie bereits per Augenschein: Die Stabilisierung funktioniert hervorragend, es entsteht also ein ruhiges, höchst ansehnliches Video. Zu verdanken ist dies einem Drei-Achsen- Stabilisierungssystem. Hinzu kommt das sogenannte FlowState, das die Daten des Gyroskops über sechs Achsen hinweg auswertet und digital nachkorrigiert.

Begrüßenswert sind Videodaten mit I-Log-Farbprofil, das viel Spielraum für die Nachbearbeitung lässt. Es wird unter anderem vom beliebten DaVinci Resolve komplett unterstützt, das aus den 14 Blendenstufen Dynamikumfang viel herausholen kann.

Wer eigenes Filmmaterial schnell und mit bewährten Stillen aufbereiten will, greift auf die Leica-Looks zurück, etwa Leica Natural, Leica Chrome, Leica Vivid sowie verschiedene Film-Emulationen.

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PureVideo verlängert Videodrehs bis in die Nachtstunden - und das in bester Qualität.

Wenn auf Reisen die Dämmerung hereinbricht, ist für manche Filmer Schluss. Denn eine alte Weisheit besagt: "Fotografieren ist Malen mit Licht, Filmen ist Malen mit noch mehr Licht." Doch der PureVideo-Modus verlängert Reportagen bis in die Nacht hinein. Er vermindert sichtbar das Rauschen und holt erstaunliche Details mit bis zu 4K-Auflösung bei 60 fps heraus.

Tonaufnahmen wertet die Luna Ultra mit integriertem Windschutz und Dolby-Sound auf. Wie erwähnt ist bereits das mobile Mikrofon in der Fernbedienung äußerst praktisch. Noch mehr Freiheit schenken optionale Sender aus der Insta360-Mic-Serie, etwa das Mic Air oder Mic Pro.

Fazit

Kleines Detail, großer Effekt: Die mobile Fernbedienung bietet Content Creators klare Vorteile. Sie erlaubt zahlreiche kreative Freiheiten, beispielsweise beim Einsatz von Drohnen und Dollies oder bei Timelapse-Aufnahmen aus neuen Blickwinkeln.

Für sich alleine betrachtet, wäre dieser Baustein noch nicht überzeugend. Doch mit den hochwertigen Objektiven und weiteren Extras entfaltet das Insta360 Luna Ultra ein riesiges Potenzial. Bereits bei der Aufnahme überzeugen die leistungsfähige  Stabilisierung, PureVideo, Dolby-Sound und Windschutz. Dies setzt sich bei der Nachbearbeitung fort, in der etwa I-Log seine Stärken beweist. Insgesamt erhält man ein stimmiges und hochwertiges Gesamtkonzept.

Technische Daten

    • Auflösung: bis 8K, 4K mit 120 fps
    • Dateiformate: MP4 / H.265
    • Brennweiten: 20 mm (Leica Summicron), 60 mm (Tele), beide Angaben KB-äquivalent
    • Zoom: 12-fach in fünf Stufen
    • Profile: Log mit 10 Bit Farbtiefe, Leica-Farbprofile
    • Tonaufnahme: Dolby Vision
    • Bildschirm: 2 Zoll
    • Farben: Schwarz, Weiß
    • Gewicht: 200 Gramm
    • Preis: 729 Euro