Technikblog

Mit dem „SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD“ bietet Tamron ein sehr leistungsstarkes Makro-Objektiv für Kameras mit Vollformatsensoren und Canon-, Nikon- und Sony-A-Bajonett an.
Mit dem „SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD“ bietet Tamron ein sehr leistungsstarkes Makro-Objektiv für Kameras mit Vollformatsensoren und Canon-, Nikon- und Sony-A-Bajonett an.

Makrofotos mit Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD

Beispiele und Test des Makroobjektivs

Ergänzend zum großen Schwerpunkt „Makrofotografie“ in FOTO HITS 3/2018 stellt die Redaktion das in Ausgabe 6/2016 getestete Makrooobjektiv „Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD“ im Praxiseinsatz und mit Testergebnissen vor.

Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD
Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD

Der Hersteller Tamron hat in den letzten Jahren seine Objektive konsequent an die immer höheren Auflösungen und Megapixel-Zahlen gesteigerten Sensoren von Systemkameras angepasst, in dem er die Premium-Objektive ausgebaut hat. Das gilt auch für das SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD, das zu den beliebtesten und bewährtesten Makro-Optiken auf dem Markt.

 

Eher unbekannt ist: Das 90-Millimeter-Makro von Tamron blickt auf eine inzwischen mehr als 30-jährige Geschichte zurück und wird stets erneuert. Die letzte Version der Linsenkonstruktion testete FOTO HITS in Ausgabe 4/2013 mit der Bewertung „Exzellent“. Die erneuerte Inkarnation aus dem Jahre 2016 zeigte, dass sich das sogar noch verbessern ließ.

Erster Eindruck

Hohe Detailwiedergabe kombiniert mit einem sehr natürlichen Unschärfeverlauf kennzeichnen die Bilder des Tamron-Objektivs.
Hohe Detailwiedergabe kombiniert mit einem sehr natürlichen Unschärfeverlauf kennzeichnen die Bilder des Tamron-Objektivs.
Details in der Schärfeebene werden präzise wiedergeben. Der Bereich der Schärfentiefe ist bei Offenblende extrem kurz.
Details in der Schärfeebene werden präzise wiedergeben. Der Bereich der Schärfentiefe ist bei Offenblende extrem kurz.

Das zurückhaltende Design des neuen Tamrons passt sich perfekt in die Linie der SP-Modelle ein. Die Beschriftung wurde knapper gefasst, bleibt aber klar lesbar und schränkt somit nicht den Bedienkomfort ein: Noch immer findet sich eine vollständige Entfernungsskala und auch die Fokusbegrenzung ist nach wie vor in drei markierten Stufen einstellbar. Zwei weitere Knöpfe schalten zwischen Auto- und manuellem Fokus um und regeln den Einsatz des Bildstabilisators, den das Vorgängermodell erstmals bei diesem Objektiv einführte. Die Bedienelemente wurden insgesamt leicht vergrößert. Geblieben ist dem Tamron außerdem der großzügig dimensionierte Fokusring.

 

Während die Linsenkonstruktion selbst weitgehend unverändert blieb, wurden vor allem Mechanik, Elektronik und die Widerstandsfähigkeit überarbeitet. Für den Einsatz unter widrigen Wetterbedingungen wurde der Tubus gegen das Eindringen von Feuchtigkeit abgedichtet. Eine Fluor-Vergütung schützt gegen Wasser- und Ölflecken und sorgt für einfacheres Reinigen der Frontlinse. Diese und weitere Anpassungen bringen es mit sich, dass das neue Makroobjektiv leicht zugelegt hat. Zwar ist es mit rund 12 Zentimetern etwas kürzer als der Vorgänger, hat aber mit 7,9 Zentimetern einen etwas größeren Durchmesser und wiegt rund 60 Gramm mehr. Spürbar ist das jedoch kaum und ändert nichts an der Tatsache, dass die Handhabung weiterhin angenehm ist.

Im Test

 

Makroaufnahme mit dem Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD und einer Canon EOS 5D Mark II: Bei Blende f7,1 werden feine Strukturen extrem scharf dargestellt.
Makroaufnahme mit dem Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD und einer Canon EOS 5D Mark II: Bei Blende f7,1 werden feine Strukturen extrem scharf dargestellt.
Bei maximaler Offenblende mit f2,8 ist der Bereich der Schärfentiefe sehr kurz und Hintergrund sowie Teile des Hauptomotivs verschwimmen komplett in der Unschärfe.
Bei maximaler Offenblende mit f2,8 ist der Bereich der Schärfentiefe sehr kurz und Hintergrund sowie Teile des Hauptomotivs verschwimmen komplett in der Unschärfe.
1:1-Ausschnitt aus dem Originalbild, das mit Blende f7,1 aufgenommen wurde.
1:1-Ausschnitt aus dem Originalbild, das mit Blende f7,1 aufgenommen wurde.

Zu den mechanisch-elektronischen Verbesserungen zählt unter anderem der Autofokus. Bereits im letzten Test brachte er tadellose Ergebnisse. In der aktuellsten Form hat Tamron ihn für die Makrofotografie optimiert. Das Umfokussieren von einem Punkt auf einen anderen, der nicht weit entfernt ist, erfolgt äußerst schnell. Den kontinuierlich nachgeführten Autofokus bewältigt das Tamron zwar nicht lautlos, aber dafür im Nahbereich nahezu ohne Verzögerung. Sprünge zwischen weit entfernten und sehr nahen Objekten erfolgen mit einem schnellen und präzisen Ruck.

Ebenfalls überholt wurde der Bildstabilisator. Er bekam zusätzlich zum Gyro-Sensor einen Beschleunigungsmesser spendiert, um Bewegungen auf den X-Y-Achsen noch besser zu kompensieren.

Die Labormessungen absolvierte das neue Tamron an einer Canon EOS 5D Mark II, deren Sensor ein theoretisch erreichbares Auflösungsmaximum von 3.744 Linien vorgibt. Wie auch das Vorgängermodell zeigt die neueste Version keine extremen Auflösungswerte, dafür jedoch sehr gute Schärfe über einen weiten Bereich hinweg.

Vor allem im offenblendigen Bereich bis f8 erzielt das Makro-Tamron die höchste Schärfe. Das verlegt den Einsatzbereich der Optik weniger auf plastische Motive mit viel Schärfentiefe sondern eher auf malerische Motive mit dominanten Bokeh-Effekten.
Vor allem im offenblendigen Bereich bis f8 erzielt das Makro-Tamron die höchste Schärfe. Das verlegt den Einsatzbereich der Optik weniger auf plastische Motive mit viel Schärfentiefe sondern eher auf malerische Motive mit dominanten Bokeh-Effekten.

Schon bei Offenblende von f2,8 werden 2.787 Linien gemessen, die meisten Bilddetails setzt es bei f5,6 in Bildinformationen um: Hier erreicht es 3.278 Linien. Noch bis Blende f20 (von maximal f32) werden Werte über 2.000 Linien erzielt. Die größten Stärken des Tamron liegen in der Abbildungsqualität. Chromatische Aberrationen etwa spielen für es praktisch keine Rolle. Ähnliches gilt für die Abdunklung der Bildecken: Mit einem Wert von etwa 0,3 Blendenstufen ist der Effekt fast unsichtbar.

FAZIT

Der Original-Test des Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD erschien in Ausgabe 6/2016 von <b>FOTO</b> HITS.
Der Original-Test des Tamron SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD erschien in Ausgabe 6/2016 von FOTO HITS.

Das SP 90mm F/2.8 Di MACRO 1:1 VC USD legt den Fokus nicht allein auf extreme Schärfe und das ist gut so. Seine verbesserten Fokus- und Stabilisationssysteme tragen an hochauflösenden Kameras weitaus mehr zu gelungenen Bildern bei.  

TECHNISCHE DATEN

Brennweite: 90 Millimeter
Lichtstärke: 1:2,8
Abbildungsmaßstab: 1:1
Für Sensorformat: Vollformat
Bajonettanschlüsse: Canon, Nikon, Sony A
Gewicht: zirka 610 Gramm
Preis (UVP): 999 Euro
Internet: www.tamron.eu/de