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Die zehn besten ...

… Tipps für Panoramaaufnahmen

Panoramaaufnahmen erlauben einen fast unbegrenzten Blick auf die Szenerie. Sie zu erstellen wird zwar dank zahlreicher Spezialmodi und Smartphone-Unterstützung immer einfacher. Für wirklich gelungene Aufnahmen gilt es aber einige Dinge zu beachten.

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Die richtige Planung ist alles. Hilfreich sind dabei Softwares und Apps wie "The Photographer's Ephemeris".

1. Aufnahme gut planen

Wirklich überzeugen­ kann ein Panorama in der Hauptsache mit einem außergewöhnlichen Motiv. Das sollte nicht beliebig sein, sondern etwa einen malerischen Sonnenuntergang oder eine ungewöhnliche Perspektive aufweisen. Apps wie „Google Maps“ oder „The Photographer’s Ephemeris“ helfen, den richtigen Ort und Zeitpunkt zu finden.

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Die Auflösung der breiten Sensorseite ist höher, so macht es Sinn mehrere Aufnahmen im Hochformat zu erstellen, um das Maximum an Pixel herauszuholen.

2. Formatfrage

Die Modi kompakter Kameras­ automatisieren die Panoramaaufnahme meist im Querformat mit wenigen Bildern. Dabei muss man schlimmstenfalls auf Elemente verzichten. Bilder im Hochformat decken den Sichtbereich großzügiger ab. Es sind zwar mehr von ihnen aufzunehmen, doch decken sie auch nach oben und unten mehr vom Sichtbereich ab.

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Die Bezugspunkte auf sich überschneidenden Elementen von Fotos erleichtern der Software die Arbeit.

3. Überlappend aufnehmen

Ein Panorama besteht aus mehreren Bildern, die passgenau zusammengesetzt werden. Das funktioniert besser, je mehr Details von einem Bild im folgenden auftauchen. Darum sollte darauf geachtet werden, dass sich die Aufnahmen weit überlappen. Diese Bezugspunkte erleichtern die Arbeit, wenn man das Gesamtbild kombiniert.

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Der Automatikmodus ist bei Panoramaaufnahmen mit vielen Einzelbildern tabu.

4. Einstellungen festlegen

Es sollte auf automatische Belichtungsprogramme nach Möglichkeit verzichtet werden. Sie sorgen für voneinander abweichende Fotos, die später nicht mehr zueinander passen. Im manuellen Kameramodus müssen daher für alle Einzelbilder Verschlusszeit, Blende, Weißabgleich und gegebenenfalls die Brennweite fest eingestellt werden.

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Nur das Drehen um den Nodalpunkt, etwa mit einem speziellen Adapter wie hier von Novoflex, gelingen Aufnahmen ohne Parallaxenverschiebung.

5. Parallaxenverschiebung

Das Abstandsverhältnis der Kamera zum Bildvordergrund und -hintergrund kann Probleme aufwerfen. Dreht sich die Kamera um die eigene Achse, ändert sich scheinbar der Abstand eines Vordergrundobjekts bezüglich seines Hintergrunds. Die Lösung: Das Drehen um den Nodalpunkt. Rotiert man die Kamera darüber, bleibt das Abstandsverhältnis gleich.

Einen Nodalpunktadapter für das Stativ kann man leicht selbst herstellen. Eine Bauanleitung ist in der Serie "Fototechnik im Eigenbau" zu finden.

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Die Drehung um nur eine Achse ist Grundvoraussetzung für eine gerade Aufnahme von Serienbildern.

6. Stativwahl

Ein Stativ mit Kugelkopf ohne Arretierung verspricht kaum Erfolge bei der Panoramaaufnahme, denn eine Ausrichtung exakt auf der Waagerechten fällt schwer. Daher ist mindestens ein Drei-Wege-Neiger Pflicht, bei dem man einzelne Achsen festgestellt lassen kann. Optimal ist ein Pano­ramakopf oder Nodalpunktadapter – sie verhindern die Parallaxenverschiebung.

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Unschöne Farbsäume müssen in jeder Einzelaufnahme vor dem Zusammensetzen korrigiert werden.

7. Abbildungsfehler

Optische Fehler wie Vignettierungen, chromatische Aberrationen (Farbsäume) oder geometrische Verzeichnungen werden von Objektiven verursacht, lassen sich kaum ausschließen und erschweren das Kombinieren von Einzelaufnahmen. Bevor man ein Panorama zusammensetzt, sollten sie daher so weit wie möglich eliminiert werden.

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Man sollte bei Panoramaaufnahmen nur manuell fokussieren und nur bei Bedarf nachjustieren.

8. Schärfe kontrollieren

Je nach Motiv kann es nötig sein, den Fokuspunkt anzupassen oder zumindest die Schärfe zu kontrollieren. Das Fokussieren auf „Unendlich“ verhindert Fehler und ist günstig bei Landschaftsaufnahmen, bei denen auch der (weit entfernte) Hintergrund scharf sein soll. Die meisten anderen Fälle erfordern ein Nachjustieren und manuelles Festlegen des Fokuspunkts.

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Je genauer man die einzelnen Aufnahmen in der Höhe aufeinander abstimmt, um so mehr bleibt am Ende vom beschnittenen Bild übrig.

9. Horizontale Bahnen

Nicht nur die Leserichtung der westlichen Welt erfolgt von links nach rechts, auch Softwares zum Zusammensetzen der Einzelfotos eines Panoramas gehen bevorzugt so vor. Das Einhalten einer festen horizontalen Bahn auf gleicher Höhe bringt den Vorteil, dass nur wenig von Aufnahmen abgeschnitten werden muss, die zu hoch oder zu tief erfasst wurden.

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Einige Panorama-Softwares können auch gleich Inhalte auffüllen.

10. Software

Beim Zusammensetzen von Einzelaufnahmen hilft im besten Fall eine automatische Software, die deren Reihenfolge erkennt, Überlappungen beachtet, Perspektiven korrigiert und Fehler wie etwa Geisterbilder oder Vignettierungen verhindert. Zwei der beliebtesten Programme für diesen Zweck sind „Hugin“ oder „Autostitch“, doch in der FOTO HITS-Software-Datenbank findet sich eine ganze Reihe weiterer nützlicher und kostenloser Titel, mit denen die Bearbeitung und Anzeige vereinfacht wird.