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Dreifach neu entdeckt

Die Nikon Z5II erhielt schon in unserem Labortest die Note „Exzellent“. Die Redaktion wollte darüber hinaus wissen, wie sie sich im Reisealltag schlägt. Um dort jede Situation zu meistern, stand ihr eine Dreieinigkeit von Objektiven bei.

Erfreulicherweise wird man wieder von Jüngeren gefragt, welche Kamera empfehlenswert ist. Denn die Generation Smartphone fand heraus, dass ihre Kleingeräte trotz KI nur eine begrenzte Bildqualität liefern. Stattdessen wollen Reise-Influencer oder Urlaubsfotografen mehr und bessere Blickwinkel erfassen, also in eine klassische Systemkamera investieren.

Eine Kombination könnte sein: eine handliche Spiegellose mit preiswerten Objektiven. Diese testeten wir schon mit der Nikon Z50II bei Konzertaufnahmen, die Resultate sind hier ebenfalls zu finden. Eine Alternative wäre ein noch immer handliches System mit Vollformatsensor. Damit man das Einsteigermodell in die Vollformat-Liga bequem auf Touren trägt, sollen es möglichst leichte Objektive ergänzen.

Für junge Menschen, die gefühlt ständig im Fitness-Studio trainieren, ist eventuell verständlicher: ein kräftiger Body, der aber leicht und schlank bleibt. Für uns Fotografen heißt dies eher, dass wir in vielen Situationen die Vorteile eines großen Sensors nutzen: Bei Dämmerung fängt er mehr Licht ein, der Dynamikumfang ist höher und kombiniert mit hochwertigen Objektiven steigt die Bildqualität. Hierfür soll in unserem Praxistest die sogenannte Trinity sorgen, also drei Objektive, die insgesamt Brennweiten von 17 bis (mit Telekonverter) 252 Millimetern abdecken und eine durchgehende Lichtstärke von 1:2.8 bieten.

Kamera und Trinity

Leichtfüßig unterwegs

Wer eine spiegellose Systemkamera gewohnt ist, der merkt den Unterschied zu den nur 700 Gramm der Nikon Z5II (mit Akku und Speicherkarte). Nachdem der Redakteur seinen Fotorucksack zusätzlich mit den drei Objektiven und dem Telekonverter beladen hatte, meldete die Küchenwaage zirka 3,5 Kilogramm. Diese ließen sich bei dem nachfolgenden Stadtbummel bequem tragen, ohne ins Schwitzen zu kommen.

Die Witterung war leider durchwachsen, aber so konnte die Kamera ihre Stärken bei trübem Himmel beweisen. Um das wenige Restlicht einzufangen, ist sie mit einem 24-Megapixel-Sensor im Kleinbildformat ausgerüstet, den man bereits aus anderen Nikon-Kameras wie der Zf kennt. Außerdem ermöglicht er, freier mit der Schärfentiefe und dem Bokeh zu spielen.

Neu hinzu kam der schnelle Expeed-7-Prozessor, gewissermaßen das Rennpferd des Herstellers. Von ihm profitiert wiederum das Autofokussystem, das mit KI-Unterstützung scharfstellt. Ihm galt unsere erste Aufmerksamkeit.

NIKKOR Z 70-180mm f/2.8
Der Konverter erweiterte die Brennweite auf 250 Millimeter. Zusammen mit dem AF-Modus „Vögel“ und dem Bildstabilisator gelangen die Fotos problemlos.
NIKKOR Z 70-180mm f/2.8
Für die Bären schalteten wir auf logischerweise den AF auf "Tiere". Für Pixel-Peeper: Die Aufnahme entstand durch eine etwas trübe Plastikscheibe.

Bärenstarker Fokus

Für die Fotos der Störche schalteten wir logischerweise auf „Vögel“. Obwohl sich das Tier lange weigerte, sich von vorn zu präsentieren, blieb der Fokus auf der schmalen Silhouette. Als die Storchenmutter auftauchte, behielt die Automatik zuverlässig beide im Schärfebereich.

Ein weiteres Detail überzeugte von der Alltagstauglichkeit: Da die Sonne seitlich stand, schattete der Redakteur die Frontlinse mit der Hand ab, um Streulicht zu vermeiden. Selbst einarmig stemmte er die Kombination aus Body, Telekonverter und NIKKOR Z 70-180mm f/2.8 (zusammen nur etwas mehr als 1,5 Kilogramm) längere Zeit und vor allem – es kamen unverwackelte Fotos heraus.

Besonders hilfreich ist hierbei der in seiner Leistung verbesserte IBIS, also der im Body integrierte Bildstabilisator. Er kompensiert laut Nikon längere Verschlusszeiten, die 7,5 Blendenstufen entsprechen. Bei der maximalen Brennweite konnten wir im Außeneinsatz bis sechs Blendenstufen ausreizen, eventuell sind es mehr, wenn den Fotografen keine Einkaufsstraße stresst.

Das Außengehege des hiesigen Zoos ist ebenfalls für Tierfotos geeignet, da man es gratis einsehen kann. Hier entstanden einige Bilder einer Bärenmutter mit ihrem Jungem. Jetzt im Frühling spielten sie lebhaft miteinander, was klar nach dem Serienbild-Modus rief. Mit 30 Aufnahmen pro Sekunde erwischt die Z5II wirklich jedes Ohrenwackeln. Nikon gibt eine Geschwindigkeitssteigerung aller Funktionen um fast 70 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell an, wobei die Kamera sogar Belichtung und Fokussierung nachführt. Anmerkung: Sämtliche auch nachfolgend erwähnten Fotos publizieren wir online in der Rubrik „Report“.

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Blick vom Kornmarkt unten aus der Altstadt oben auf die Schlossterrasse. Die 250 Millimeter überbrücken mühelos die zirka 200 Meter Luftlinie.

Alles im Blick

Der Bummel durch die Altstadt von Heidelberg erforderte einen gelegentlichen Objektivwechsel. Anfangs blieb noch das NIKKOR Z 70-180mm f/2.8 angeflanscht. Es ermöglichte beispielsweise, einen Nachtwächter zu porträtieren, ohne ihm auf den Leib zu rücken. Schließlich führte er gerade eine Besuchergruppe an und nicht zuletzt – er trug eine gefährlich aussehende Hellebarde.

Dagegen eignete sich für enge Gassen das NIKKOR Z 28-75mm f/2.8 hervorragend. Es gab ausreichend Freiheiten, mit der Raumtiefe zu spielen. Erfahrungsgemäß sind seine 28 Millimeter zudem mehr als ausreichend für Gruppenfotos, während die 75 Millimeter schöne Porträtaufnahmen der Reisebegleiter ergeben.

Nach der Faustregel „Je länger die Brennweite, umso kürzer die nötige Verschlusszeit“ muss man sich beim NIKKOR Z 28-75mm f/2.8 keine Sorgen um verwackelte Fotos machen. Die hohe Lichtstärke von bis zu ISO 64.000 erlaubt auch in einer Kirche ausreichend kurze Belichtungszeiten. Unser Test in FOTOHITS 8/2025 bestätigte, dass ungefähr bis ISO 12.800 oder sogar ISO 25.600 die Bilder der neuen Z5II problemlos verwendbar sind.

NIKKOR Z 70-180mm f/2.8
Hier wiederum stand der AF auf "Personen". Dank einer Brennweite von 220 Millimetern kann man aus der Distanz lohnenswerte Motive ausspähen.
NIKKOR Z 28-75mm f/2.8
In den engen Gassen Heidelbergs bewährten sich mittlere Brennweiten von 28 bis 75 Millimeter. Sie sind auch für Porträts und Gruppenfotos zweckmäßig.

Die Wohnung des ehemaligen Reichspräsidenten Friedrich Ebert (heute ein Museum) stellt die Kamera-Objektiv-Kombination vor einige Herausforderungen: Der Mann war Schuster und lebte vor seinem politischen Aufstieg in einer dunklen, winzigen Wohnung. In dieser historischen Umgebung bewährte sich die moderne Technik gleich mehrfach: In der düsteren Wohnstube mussten wir nur bis ISO 500 heraufgehen – dem großen Sensor sei es gedankt!

Ein Problem blieben die hellen Fensterchen und dunklen Schatten. Solche Extreme meistert eigentlich der Modus „HDR-Überlagerung“. Doch da eine Besuchergruppe hineindrängte, schoss der Autor rasch ein Foto im JPG-Format, das in der Nachbearbeitung noch erfreulich viele Details offenbarte. Den größten Vorteil aber brachte hier das NIKKOR Z 17-28mm f/2.8. Es schaffte trotz der Enge, die Schusterstube weiträumig zu erfassen. Nach diesem Erfolg durfte das Weitwinkel an der Kamera bleiben und die imposante Herrenmühle und das Völkerkundemuseum ablichten. Das wäre wegen einer engen Gasse und daher geringem Abstand unmöglich gewesen, so aber landeten auch diese Kleinode auf der Speicherkarte.

Unbegrenzt speichern

Diese Weitwinkelaufnahmen hätten die letzten der Tour sein können. Denn die Meldung, dass die Karte voll sei, legte einen peinlichen Anfängerfehler offen: Der Redakteur hatte nur eine Speicherkarte eingepackt, die datenfressende Videos belegten. Die mussten glücklicherweise nicht gelöscht werden, denn es blieb ein Plan B.

Die Nikon Z5II erlaubt den direkten Bild-Upload etwa auf die Nikon Imaging Cloud, wofür sie wie ein Mobilgerät in ein WLAN eingeloggt wird. Das ist in Heidelberg an diversen öffentlichen WLANs möglich, für einen Plan C hätte das eigene Smartphone als Hotspot hergehalten. Nikon speichert dort die Fotos im Image Space 30 Tage lang. Daneben steht mit NX Mobile Air ein weiteres Programm für Android oder iOS zur Auswahl. Mit ihm kann man die Fotos zum Beispiel per USB-Kabelverbindung auf das Smartphone überspielen.

Fazit

„Eine Nikon Z5II samt drei Zooms trägt man mühelos durch den Tag.“ Dirk Hartmann, Chefredakteur

Früher galt: Eine SLR plus Objektiv-Sortiment zieht einen schweißtreibenden Urlaub nach sich. Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert. Selbst ein mittelmäßig sportlicher Redakteur trägt eine Nikon Z5II samt drei Zooms mühelos durch den Tag. Momentan ist der Einstieg dank einer Rabattaktion besonders preiswert, Details stehen unter www.nikon.de. Noch wichtiger ist das Vergnügen, mit der Trinity das sattsam bekannte Heidelberg neu zu erkunden. Sogar längst Vertrautes bekam mit 17 bis 252 Millimetern einen völlig neuen Reiz.