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FOTO HITS erklärt Technik

Anschlüsse

FOTO HITS erklärt grundlegende Begriffe der Fotografie - von der Technik über Zubehör bis hin zu Verfahrensweisen. Schon in den Anfangstagen der digitalen Fotografie mussten die Kameras mit den Computern kommunizieren können, um Bilder vom internen Speicher oder – damals noch selten – einer Speicherkarte zu übertragen. Ihre Anschlusssysteme spiegelten damals wie heute die aktuelle Computer-Technik wider.

Schnittstelle USB
USB gilt heutzutage als Standard für die Bildübertragungsschnittstellen von Digitalkameras. Das moderne USB 3.0 wie hier an der Pentax K-3 ist dagegen leider noch selten zu finden.

Die ersten Kompaktkameras mit Auflösungen von 320 mal 240 oder maximal VGA (640 mal 480 Pixel) verwendeten die „serielle Schnittstellen“ im RS-232-Standard, die man auch zum Anschluss eines Modems oder ähnlichen Datenübertragungsgeräten verwendete. Da die Dateigrößen angesichts der Pixelwerte ebenfalls gering waren, reichten die aus heutiger Sicht unendlichen langsamen Übertragungsraten von nur wenigen Bits pro Sekunde aus. Professionelle SLRs wurden in den 1990-er Jahren häufiger mit SCSI-Schnittstellen ausgerüstet. Dieses Interface bildete auch beim Anschluss von Festplatten, Scannern oder anderen Peripheriegeräten die damalige Oberklasse der Datenübertragungslösungen. Verglichen zu heute war die Konfiguration solcher Schnittstellen noch sehr komplex und fehleranfällig, denn man benötigte unter anderem einen „Terminator“, der als „Abschlusswiderstand“ dem Computer das Ende einer SCSI-Geräte-Kette signalisierte. Das alles ist mit modernen Schnittstellen und vor allen Dingen mit „USB“ viel einfacher geworden.

 

USB 2.0 

Heute verfügen praktisch alle Kameras über eine USB-Schnittstelle. Der „Universal Serial Bus“ ist zwar wie die eingangs erwähnte „RS-232“-Schnittstelle ein „serielle“ Lösung, die alle Daten nacheinander statt über mehrere Leitungen einer „parallelen Schnittstelle“ überträgt, doch der technische Fortschritt hat ganz erhebliche Steigerungen der Datenraten möglich gemacht. Das von fast allen Kameras angebotene USB 2.0 ermöglicht eine theoretische Geschwindigkeit von maximal etwa 60 Megabyte pro Sekunde, die aber durch Verwaltungsprozesse während der Daten­übertragung real nicht ganz erreicht werden. Dennoch bleibt USB die meistgenutzte Übertragungslösung. Das liegt vor allen Dingen an der einfachen Konfiguration: Genauso wie USB-Datensticks, Mäuse, Tastaturen oder Drucker schließt man die Kamera mit einem einfachen Kabel an den Computer an, dessen Betriebssystem sie sofort erkennt und dann Zugriff auf die Bilder bietet.

 

USB 3.0 

USB ist inzwischen in der deutlich beschleunigten Variante 3.0 nutzbar, die Datenraten theoretisch bis zu 500 Megabyte pro Sekunde erlaubt, was in der Praxis nicht erreicht wird. Obwohl aktuelle PCs und Laptops inzwischen fast alle über die 3.0-Variante verfügen, stellen nur sehr wenige Kameras eine entsprechende Schnittstelle zur Wahl. Dazu gehören etwa die Pentax K-3 oder die Samsung NX-1.

So bleibt die USB-2.0-Geschwindigkeit weiterhin das Höchste der Gefühle und die Nutzung eines externen Lesegeräts zur Datenübertragung von der Speicherkarte zum Bildbearbeitungs-PC sinnvoll. Denn diese gibt es bereits mit USB 3.0.

Das brandneue USB 3.1, das noch schnellere Datenübertragungsmöglichkeiten bis zu 1.212 Megabyte erlauben würde, ist bislang in keiner Kamera verbaut.

Kamera mit Ethernet-Anschluss
Einige wenige professionelle Kameras wie die Canon EOS-1D X besitzen eine Ethernet-Schnittstelle, um sie zum Beispiel in ein Redaktions-Netzwerk einbinden zu können.

Wi-Fi/WLAN

Moderne Kameras bieten noch eine weitere Möglichkeit, Daten zum Computer zu übertragen, die im Grunde kein „Hardware-Anschluss“ ist. Sie können nämlich per WLAN-Modul in ein drahtloses Netzwerk eingebunden werden, um Bilder an den PC zu schicken oder in sozialen Netzwerken im Internet zu teilen. Zudem kann die auch als „Wi-Fi-Funktionalität“ bezeichnete Technik dazu genutzt werden, die Kamera drahtlos zu steuern, wobei ihr Sucherbild auf dem per Funk verbundenen Mobilgerät angezeigt wird.

 

Ethernet

Profi-SLRs wie Canons EOS-1D X und Nikons D4 bieten einen Anschluss für ein Ethernet-Netzwerk über einen „RJ-45“-Stecker an. Damit lassen sich die Fotos allen angeschlossenen Computern zur Verfügung stellen, was in Zeitungsredaktionen sehr praktisch ist. Deutlich verbreiteter ist die Wi-Fi-Funktionalität, die in allen Kameraklassen zum Standard gehört.

Mikrofon- und Kopfhöreranschluss
Mit dem Aufkommen der Filmfunktion bei Digitalkameras wurden Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer notwendig. So kann man bei der Nikon D750 die Aufnahmequalität des Klangs erhöhen und ihn auch direkt kontrollieren.

Mikrofon

Wenn die Kamera Videos aufnimmt, kann sie in der Regel auch Ton aufzeichnen. Qualitativ hält der meistens nicht mit den hochauflösenden Filmen mit, weil die Kameramikrofone extrem winzig und zudem meistens an ungünstigen Stellen am Gehäuse – etwa in Nähe des Blitzschuhs auf der Oberseite – angebracht sind. Um die Tonqualität zu verbessern bieten daher viele Modelle einen Anschluss für externe Mikrofone an. In der Regel ist das ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker, den man aus dem Audiobereich kennt. Einige Kameras besitzen einen Spezialanschluss im oder unterhalb des Blitzschuhs, was die Mikrofonauswahl auf Lösungen des Kameraherstellers begrenzt.

 

Kopfhörer

Auch der Kopfhöreranschluss ist natürlich für die Filmaufnahmen konzipiert. Mit ihm kann man die Tonaufnahme vor und nach der Aufnahme kontrollieren. Das ist hilfreich, wenn man den Aufnahmepegel manuell festlegen möchte. Äußerlich sieht er dem Kopfhöreranschluss sehr ähnlich, denn auch er ist als Buchse für 3,5-Millimeter-Stecker ausgelegt. Daher kennzeichnen die meisten Geräte beide Anschlüsse farblich: grün für den Kopfhörer, rot für das Mikrofon.

Thunderbolt und FireWire

Die speziell bei Apple-Computer lange Zeit verwendeten Schnittstellen sind bei Kompakt- und SLR-Kameras praktisch nicht zu finden. Lediglich einige Mittelformatsysteme beziehungsweise digitalen Rückteile etwa von Phase One wurden mit Firewire (offiziell: IEEE1394) für das „Tethered Shooting“ ausgerüstet. Letzteres beschreibt das direkte Senden der Bilddaten an die Festplatte des PCs- oder Apple-Rechners, auf dem eine Steuer-Software mit Live-Sucherbilddarstellung arbeitet.

 

HDMI 

Das „High Definition Multimedia Interface“ kennt man vom heimischen Fernseher. Es macht zum Beispiel die Darstellung hochauflösender Filme von einem Blu-ray-Player aus möglich. Auch viele Digitalkameras sind damit ausgerüstet, um ihre Fotos und Videos auf Full-HD-Fernsehgeräten oder auch PC-Monitoren wiedergeben zu können. Die klassische TV-Schnittstelle mit einem analogen Videosignal ist dagegen nur noch selten oder als USB-Kombi-Anschluss der Kamera zu finden.

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