Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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1923 - 2013

Fotograf Saul Leiter gestorben

Wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag ist der Fotograf Saul Leiter in New York gestorben. Der vor allem für seine Straßenfotografie berühmte Künstler ließ die Grenzen von Genres in seinen Aufnahmen verschwimmen. Gemeinsam mit Robert Frank und Diane Arbus gestaltete er die Fotografie der 1940er und 1950er Jahre und war damit Teil der so genannten "New York School". Zu dieser Künstlergruppe gehörten neben Lichtbildnern auch Poeten wie Allen Ginsberg oder Musiker wie Miles Davis.

 

Saul Leiter entdeckte die Kunst für sich und begann Ende der 1940er Jahre zu malen. Entgegen den Wünschen seines Vaters brach er das Studium zum Rabbiner ab und zog nach New York. Der Autodidakt Leiter blieb der Stadt, die niemals schläft, bis zu seinem Tod treu. Dort lernte er auch Richard Poussette-Dart und W. Eugene Smith kennen, die ihn mit der Fotografie bekannt machten. Seine Arbeit begann er mit einer Kleinbildkamera von Leica. Ab 1946 fotografierte er häufig in Farbe. Leiter wurde dank seines guten Auges, seines spielerischen Sinns für Humor und seines ausgeprägten Sinns für Eleganz zu einem außergewöhnlichen Modefotografen. In den 1950er Jahren veröffentlichte das Life-Magazin erste Schwarzweiß-Serien. Daraufhin fotografierte er rund zwanzig Jahre lang für die verschiedensten Magazine. Leiters Beitrag zur Fotografie kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seinen Aufnahmen liegt häufig eine abstrakte Stimmung zugrunde, oft dominieren in ihnen Schatten oder unscharfe Bereiche.

 

Die Hamburger Deichtorhallen würdigten Leiter im Jahr 2012 im Rahmen einer Retrospektive im "Haus der Photographie".

 

Foto: Matthias Schönebäumer / Deichtorhallen

 


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