Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur  

Augenzeugen

Ruanda nach dem Genozid

In tiefstem Leid offenbart sich manchmal, was Menschsein bedeutet. Das Buch "Rwandan Daughters" von Olaf Heine lässt alle Leser zu Zeugen davon werden.

Experten warnten lange vor 1994, dass ein Völkermord in Ruanda drohe. Trotzdem unterstützte etwa Frankreich die Streitkräfte der ruandischen FAR, die schon Jahre zuvor Todesschwadrone ausgeschickt hatte, bis zuletzt mit Geld, Militärberatern und Waffen. Die Opfer des Genozids mit Ansage haben es verdient, dass man sich an ihre Geschichten etwa im Buch „Ein Leben mehr“ erinnert (Peter Hammer Verlag 2005). Die Mörder schändeten auch Frauen, die zusätzlich zu ihren Traumata nachfolgend gesellschaftlich stigmatisiert wurden. Nicht weniger haben noch jetzt die Kinder, die aus den Vergewaltigungen hervorgingen, zu leiden. Der bekannte Fotograf Olaf Heine porträtierte diese Mütter und ihre Töchter, die neben ihren Bildern schilderten, wie sie mit ihren Erlebnissen umgehen. In ihnen beweisen sie gelegentlich eine übermenschliche Stärke, die angesichts der Dunkelheit umso heller hervortritt. Einen Teil des Erlöses aus dem Buchverkauf spendet Hatje Cantz den betroffenen Müttern und Töchtern.

Olaf Heine: Rwandan Daughters. Hatje Cantz 2019, Hardcover, 208 Seiten, Englisch/Deutsch, ISBN 978 3 7757 4547 5, Preis: 54 Euro


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