Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Das Foto ist tot. Es lebe das Foto

Stefan Hunstein will Aufnahmen wieder beleben

In seinem „Ersten fotographischen Manifest“ rechnet Stefan Hunstein zuerst einmal mit dem Lichtbild ab: Es raube den Dingen ihre eigene Sprache, wolle sie nicht erkennen, nicht dahinter oder dazwischen schauen. Es entspreche dem kollektiven Bedürfnis nach Vereinfachung und töte gar die Fantasie. So ähnlich hat man dies schon von Charles Baudelaire (1821 bis 1867) gelesen. Allerdings griff der nach seiner Beschimpfung nicht selbst zur Kamera. Von Hunstein dagegen sind Werke von 1979 bis 2019 in der Rathausgalerie der Kunsthalle München zu sehen. Die Ausstellung steht noch bis 27. November 2019 offen.

Wie passt das zusammen? Nachdem Hunstein zuerst einmal reinen Tisch gemacht hat, will er einen anderen Zugang zu Fotos schaffen, nämlich Unsichtbares erlebbar zu machen.

Die dahinter stehende Skepsis an der Wirklichkeitsabbildung ist nicht neu, doch die Zugänge Hunsteins sind es durchaus. Den Gedanken etwa, dass ein Foto immer einen vergangenen und damit letztlich toten Moment zeigt, spielte in seiner ersten Arbeit von 1979 „Der Schuss“ eine Rolle. Seine jüngsten Arbeiten von 2019 mit dem Titel „Say hi to the camera“ wiederum verstehen sich als kritische Kommentare auf die in weltweit vorherrschende Selfie-Kultur.


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