Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur 

Esther's world

Lustspiel in einem Akt

Nichts ist schwerer, als Schwieriges leicht erscheinen zu lassen. Esther Haase schafft dieses Kunststück spielend. Sie liefert in ihrem neuen Bildband eine akkurate Regiearbeit ab, die dennoch wie ein Traumgebilde anzuschauen ist.

Wie jede fotografische Inszenierung entstehen Haases Werke zuerst einmal mithilfe von Technik, die vom Fotoapparat bis zur kompletten Theatermaschinerie reicht. Zerlegt man deren Bildprodukte in ihre Bestandteile, dann fällt die häufig eingesetzte Unschärfe auf. Sie darf keinesfalls als vereinzelter Effekt missverstanden werden: So wie bei den Tänzerinnen des Impressionisten Edgar Degas fällt eine gelungene Unschärfe niemals plump ins Auge, vielmehr träumt sie sich geradezu hinein. Rein fototechnisch erfordert dies, etwa die Hell-Dunkel-Verteilung ganz anders zu überprüfen als bei einem scharfen Bild, was folgerichtig zu Haases weiteren Stilmitteln wie High-Key-Beleuchtung oder pastellartigen Farben führt. 

Die Fotografin versammelte im Bildband ihre Lieblingswerke. Auch mancher Leser wird darunter eigene Favoriten finden, da Haase sowohl Können als auch Fröhlichkeit wunderbar  miteinander verbindet.

Esther Haase: Esther’s World. Hatje Cantz 2017, 176 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 7757 4354 9, Preis: 50 Euro


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