Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Literatur  

Rückblick auf Gerhard Vormwald

Vormwald machte Absurdes in all seinen Ausprägungen sichtbar

Ob Straßenszenen oder Haushaltswaren – Gerhard Vormwald kitzelte aus allem den Aberwitz hervor. Bekannt wurde er mit Inszenierungen, in denen er die Schwerkraft aufzuheben schien und optische Täuschungen erzeugte. Das alles gelang ihm ohne digitale Tricks, sondern mit viel Humor und Einfallsreichtum.

Als Vormwald 2016 starb, gerieten seine früheren Street-Fotos und das Spätwerk etwas in Vergessenheit. Der kleine Bildband im DIN-A4-Format schafft Abhilfe. In ihm sind größtenteils Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu sehen, die aber mit umso mehr Einfallsreichtum glänzen. Diesem würde man zwar gerne größere Seiten und eine prächtigere Aufmachung wünschen, was ihm aber keinen Abbruch tut.

Im ersten Buchteil beweisen Reportagen aus Irland, den USA und dem Wallfahrtsort Lourdes Vormwalds Sinn fürs Groteske, das er hinter jeder Straßenecke fand. In den späteren „Blind Date Essentials“ lernt man den sensiblen Beobachter kennen, der beispielsweise Karpfen in grünem Wasser grafisch meisterhaft ablichtete. Vormwalds eher düstere Seite offenbart sich in „Schwarzes Licht“, wofür er etwa aus Draht, Kerzen und Eiern okkulte Objekte schuf und sie als Negativ entwickelte.

Gerhard Vormwald: Bilderfinder. Hartmann books 2019, 160 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 96070 033 3, Preis: 34 Euro


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