Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Schmelztiegel in neuer Form

Till Brönner porträtierte den Pott

Im Bildband begleitet man Till Brönner auf eine emotionale Reise durchs Ruhrgebiet.  Der Jazz-Trompeter ist auch ein aufmerksamer Beobachter und versierter Porträtfotograf. Mit seiner Leica M8 durchstreifte er das Ruhrgebiet, um die Menschen und Industriebauten zu dokumentieren. Begleitend zur Ausstellung „Melting Pott“ erschien ein Bildband, der seine Eindrücke noch einmal zusammenführt.

Fast zwangsläufig tauchen auf den Seiten viele Motive auf, an die jeder sofort denkt: Bergarbeiter, Fußball, proletarische Kultur, bröckelnder Putz und raue Herzlichkeit. Passenderweise sind die Bilder weitgehend in körnigem Schwarz-Weiß, doch ebenso folgerichtig nimmt gegen Ende etwa unter der Überschrift „Aufwind“ der Farbanteil zu. Brönner selbst sagte dazu: „Ich zeige in dieser Austellung nichts, was es nicht gibt. Ich lasse alles stehen, sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe. Sonst verkläre ich etwas, das erfahrbar bleiben soll.“

Leser bekommen keinen neuen Blick auf das Ruhrgebiet. Vielmehr hat Brönner den seinen breit gestreut, um möglichst viele persönliche Eindrücke zu sammeln. Wer bereit ist, sich auf sie einzulassen, wird etwas von der Seele des Potts erahnen.

Till Brönner: Melting Pott. Wienand 2019, 224 Seiten, Hardcover, ISBN 978 3 86832 538 6, Preis: 35 Euro


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