Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Ungewöhnliche Fotos aus der Finanzwelt

Fiktiver Jahresbericht: The Heavens

Wie setzt man ein so abstraktes Thema wie Steueroasen in Fotos um? Die Fotografen Paolo Woods und Gabriele Galimberti geben mit „The Heavens – Annual Report“ eine interessante Antwort darauf. In der gleichnamigen Ausstellung, die ab 12. April bis 17. Juni 2018 in der Galerie f³ – freiraum für fotografie in Berlin zu sehen ist, haben sie ungewöhnliche Bilder auf den Britischen Jungferninseln, der City of London, den Caymann Inseln, in Luxemburg oder in den Niederlanden gemacht, die einen ganz eigenen Blick auf die Schattenbereiche der Finanzwelt werfen.

Die beiden Fotografen sagen dazu: „The Heavens haben wir als schicken Jahresbericht eines erfolgreichen Unternehmens entworfen. Unsere Firma The Heavens existiert tatsächlich: In Delaware haben wir einen Firmensitz eingerichtet, dort erhält man für einen kleinen Betrag in weniger als 20 Minuten ein Steuerdomizil. Es müssen keine Dokumente vorgezeigt werden, es werden keine Fragen gestellt. The Heavens hat nun dieselbe Adresse wie Apple, die Bank of America, Coca Cola, General Electric und über 250.000 weitere Firmen.“

Die Ausstellung beginnt mit der Vernissage am 11. April 2018. Am 25. April 2018 wird zudem der Dokumentarfilm „The Spider‘s Web – An investigation into the world of Britain’s secrecy jurisdictions and the City of London“ gezeigt. Für den 23. Mai 2018 ist dann ein Künstlergespräch mit Paolo Woods geplant, der weitere Einblicke in das Projekt geben wird.

Weltweit werden bis zu 32 Billionen US-Dollar in den Steueroasen versteckt, was etwa dem zehnfachen Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland entspricht. Einzelpersonen und Firmen umgehen so Finanzauflagen und senken ihre Steuerzahlungen – oft völlig legal. Der Allgemeinheit entziehen sie dadurch aber Mittel für Bildung, Gesundheitswesen oder öffentliche Sicherheit.


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