Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Verkaufsstart der Sony A7R II

CSC für Profis

Überall auf der Welt haben sich inzwischen kleine schwarze Kartons auf den Weg von Händlern zu Kunden gemacht. Der Inhalt: Eine Kamera, auf die zahllose Fotografenhände bereits sehnlichst warten. Der Aufdruck: Sony Alpha 7R II.

 

Ähnlich einem Raketenstart lässt das Unternehmen das neueste Flaggschiff unter seinen spiegellosen Systemkameras auf die weltweite Fotografengemeinde los. Bereits rund fünf Wochen nach der Ankündigung geht derzeit der Verkaufsstart über die Bühne. Die hohen Erwartungen und die Kürze der Zeit, bis Anwender das Gerät in der Hand halten dürfen, tragen ihren Teil zur herrschenden Begeisterung bei. Für den Rest sorgt die Kamera selbst, denn sie bietet ein Ausstattungspaket, das nur schwer zu übertreffen ist. Es dürfte auch dafür verantwortlich sein, dass sich die Alpha 7R II trotz des stolzen Preises von rund 3.500 Euro sehr gut verkaufen wird.

 

Noch vor dem offiziellen Verkaufsstart präsentierte Sony die Kamera neben den weiteren Neuerscheinungen RX10 II und RX100 IV ausgesuchten Pressevertretern. Die FOTO HITS-Redaktion war im Boxtempel Berlin dabei, um das Gerät mit herausfordernden Bedingungen zu konfrontieren.

 

Wachstumsschub

 

Noch immer konkurrenzlos bietet Sony mit der A7-Serie erstmals spiegellose und sehr kompakte Systemkameras mit Vollformatsensor. Die neueste Inkarnation als A7R II trumpft zudem mit einer stark überarbeiteten Sensoreinheit auf: Laut Hersteller ist es der erste rückseitig beleuchtete Vollformatsensor auf dem Markt. Darüber hinaus haben die Sony-Ingenieure dessen Aufbau verändert und die Ebene der Photodioden mit der der Leiterbahnen vertauscht, die nun aus Kupfer sind. Das Resultat ist simpel, aber durchschlagend: Die empfindlichen Dioden können nun noch mehr Licht sammeln und ihre Daten noch schneller verarbeitet werden.

Somit wird es beispielsweise möglich, während der 4K-Aufnahme stets den gesamten Sensor auszulesen, statt auf Berechnungen durch Zusammenfassen von Pixelgruppen oder dem Auslassen von Zwischenzeilen zu vertrauen („Pixel Binning“ und „Line Skipping“). Das hebt die Bildqualität beim Filmen auf ein neues Niveau.

 

Auch wenn die neue A7R II optisch den Geschwistern sehr ähnlich sieht, wurden viele Detailänderungen an ihr vorgenommen. Gemäß den Wünschen der Fotografen ist der Griffwulst großzügiger gestaltet, was die Bedienung verbessert. Zudem sind viele der Bedientasten frei mit Funktionen belegbar. Darüber hinaus wurde der Aufnahmeknopf für Videos verlegt, da er laut Rückmeldungen zu oft versehentlich aktiviert werden konnte.

 

Weitere Profi-Features sind unscheinbar, zeigen aber durchschlagende Wirkung. Dazu gehört etwa der neu gestaltete Verschluss, der auf 500.000 Auslösungen ausgelegt ist und gedämpft wurde, um Vibrationen zu vermeiden. Wer zum Beispiel als Naturfotograf auf gänzlich lautloses Arbeiten setzt, freut sich über den elektronischen Verschluss, der nicht nur geräuschlos arbeitet, sondern auch eine minimale Verschlusszeit von 1/16.000 Sekunde offeriert. Bei dem gewohnt hohen Energieverbrauch der A7-Modelle ist ein weiteres Detail der A7R II nahezu Gold wert: Sie kann mit Dauerstrom betrieben werden, was ideal für lange Studioaufnahmen oder das Filmen mit externen Batterie-Packs ist.

 


 

Detailverbesserungen

 

Wie ungewöhnlich manche Änderungen sind, beweist ein Blick in die Details: Die neue Sony erlaubt etwa, ausführlichere Urheberrechtsinformationen in die Bilddateien zu integrieren. Wird dieser Schutz genutzt, zeigt ein entsprechendes Symbol im Sucher dies auch an. Selten in Kameras zu finden, aber enorm praktisch ist die Möglichkeit, die automatische Wahl der ISO-Empfindlichkeit mit einer minimalen Verschlusszeit kombinieren zu können. So lassen sich Verwacklungseffekte durch zu lange Verschlusszeiten begrenzen.

 

Hohe Auflösungen sind nicht nur für die Mitbewerber ein Thema - auch Sony schreitet voran. Die neue A7R II wirft sich mit einer 42-Megapixel-Sensoreinheit ins Rennen. Diese hohe Auflösung geht derzeit noch (wie ebenfalls bei der Konkurrenz) auf Kosten der Geschwindigkeit. So bringt es die Sony auf etwa fünf Bilder pro Sekunde in voller Auflösung, speicherte dabei im Praxistest aber auch Raw- und JPG-Bilder gemeinsam ab.

 

Test im FOTO HITS-Magazin

 

Obwohl der subjektive Eindruck zur Bildqualität tadellos ist, wird erst ein genauerer Test zeigen, wie gut das neue Sony-Flaggschiff tatsächlich ist. Bereits in der nächsten Ausgabe 10/2015 von FOTO HITS wird ein Lauf durch das Testlabor die neue Sony auf Herz und Nieren prüfen.


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