Praxis

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HDR-Bilder erstellen

Fotos mit Farben und Tonwerten anreichern

Mit einer Technik namens HDR werden Motive perfekt belichtet. Grell ausgeblichene oder dustere Stellen sind Vergangenheit, stattdessen erscheinen dort alle Details.

Bei kontrastreichen Motiven muss eine Kamera Kompromisse schließen. Entweder nimmt sie die Schatten als Maßstab, wodurch hellere Bildteile ausbleichen. Oder sie richtet sich nach den Lichtern, so dass ohnehin Dunkles endgültig im Finstern versackt. Nur bei guten Aufnahmebedingungen erhält ein Fotograf befriedigende Resultate.

Der so genannte High Dynamic Range (englisch für erhöhter Tonwertumfang, kurz HDR) löst das Problem auf elegante Weise. Er überwindet die physikalischen Grenzen einer Kamera, indem die oben genannten Extreme zu einer perfekten Aufnahme verschmolzen werden. 

Prachtstück aus schlichtem Material

Das wichtigste an HDR ist das Ausgangsmaterial. Es besteht aus einem oder mehreren Fotos, die am Computer digital veredelt werden. Allerdings erledigen spezielle Programme den letzten Schritt fast automatisch, so dass man sich vor allem um die Aufnahmen kümmern muss. Je nach Situation ist eine von zwei Methoden zu bevorzugen:

  1. Für statische Motive wie Landschafts- oder Architekturaufnahmen erstellt man eine Belichtungsreihe aus mindestens zwei Fotos. Das eine sollte etwas unterbelichtet sein, so dass selbst helle Regionen noch durchzeichnet sind. Das andere darf ein wenig überbelichtet sein, damit wiederum in den Schatten noch Feinheiten erkennbar sind. Um einen möglichst identischen Bildausschnitt zu erhalten, ist hierbei ein Stativ als sichere Basis unumgänglich.
  2. Bei bewegten Motiven schießt man eine einzige Aufnahme im Raw-Format. Mithilfe eines Raw-Konverters lassen sich aus ihr verschieden belichtete Varianten herstellen.

Die so erhaltenen Bilder zu verschmelzen, erfordert kein alchemistisches Wissen. Falls man nicht selbst Hand anlegen will, übernehmen darauf abgestimmte Softwares die Feinarbeit. Einige von ihnen werden im nachfolgenden Kasten vorgestellt. 

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Die gewünschten über- und unterbelichteten Fotos erhält man beispielsweise per Spotmessung. Erst visiert der Belichtungsmesser die hellste ...
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... und dann die dunkelste Bildregion an. Zudem kann man noch ein normal belichtetes Bild schießen, indem etwa das Gesicht als Bezugspunkt genommen wird.
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Die eindrucksvolle Nachtaufnahme entstand aus der darunter zu sehenden Belichtungsreihe.
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Die meisten HDR-Programme sind einfach zu bedienen, daher kann jeder Anfänger routiniert Prunkstücke erzeugen. Die Software "Photomatix Pro" beweist es, mit deren Hilfe das oben gezeigte Werk entstand. In nur zwei Schritten lässt sich so ein Meisterwerk erschaffen. 

HDR-Bilder besitzen nicht nur viele Schattierungen, sondern speichern sie auch mit reichlich Datenbits. Statt der üblichen 8 bit lassen sie sich mit 16 bit oder sogar 32 bit im Format HDR sichern. Rechnerisch bedeutet das im Falle von 8 versus 16 bit, dass statt 256 Farbabstufungen pro Farbkanal deren 4.096 festgehalten werden, was einen Unterschied von 16 Millionen zu 68 Milliarden Farben ausmacht. Insbesondere bei weiteren Optrimierungen schöpft man aus diesem Datenreichtum.

Aber rein visuell lässt sich diese Augenweide kaum genießen. Einige Bildbearbeitungsprogramme können weder 16- noch 32-bit-Fotos öffnen und auch ein Belichtungsservice kann nichts mit ihnen anfangen. Am Ende benutzt meist doch ein Bild im Format JPG mit acht Bit. Das ist aber nichtsdestotrotz ausgewogener belichtet als ein JPG ohne HDR-Technik.

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Exposure Blend in Gimp

HDR-Software

Photomatix Pro

Die Profi-Software Photomatix Pro zaubert unter Windows und Mac OS X zahlreiche Helligkeitsabstufungen hervor. Sie verarbeitet auch ohne Zwischenschritte Raw-Fotos zu einem HDR-Bild. Details auf den folgenden Seiten.

https://www.hdrsoft.com/de/index.html

 

Luminance HDR

Die kostenlose Software Luminance HDR (früher QTPFSGUI) sorgt mühelos für Schattierungen, die bislang nur mit komplizierten analogen Verfahren herzustellen waren.

https://www.fotohits.de/software/detail/luminance-hdr/

 

Exposure Blend für Gimp

Das Plug-in ist in das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm Gimp integrierbar. Allerdings kann es HDR-Bilder nicht mit 16 bit sichern, hält also statt 4.096 Helligkeitsabstufungen nur 256 fest.

http://tir.astro.utoledo.edu/jdsmith/code/exposure_blend.php

Weitere HDR-Programme sind in der Software-Datenbank auf dieser Website zu finden.