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Am falschen Ort?

Katharina Sieverding will für Menschlichkeit sensibilisieren

Die Stadt Dachau verbindet man mit einem der größten Menschheitsverbrechen der Geschichte. Sie war Standort eines Konzentrationslagers, in dem von 1933 bis 1945 über 40.000 Gefangene starben. Vor dieser Schreckenszeit war die Stadt auch eine der bedeutendsten europäischen Künstlerkolonien ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre. Maler wie beispielsweise Carl Spitzweg, Max Liebermann, Lovis Corinth, Emil Nolde und Franz Marc zog es neben anderen zahlreichen Freilichtmalern nach Dachau.

Es ist ein schwieriges Unterfangen, Kunst und Geschichte miteinander zu vereinbaren, ohne in Erinnerungskitsch oder Gedenkritualen zu verfallen. Dachau scheint hierfür der falsche Ort, doch genau diesen Titel gaben die Veranstalter der Ausstellungsreihe. Im historischen Ambiente von Schloss Dachau will „Am falschen Ort II“ auch einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für aktuelle Themen wie Antisemitismus, Ausgrenzung von Minderheiten, Rassismus und Gewaltbereitschaft in Konflikten leisten. Die Ausstellung steht Besuchern vom 6. Juni bis 15. September 2019 offen.

Katharina Sieverdings Werke plädieren für einen Gesellschaftswandel mit mehr Menschlichkeit. In ihren Bildkonstruktionen forscht die Künstlerin nach dem Wahrheitsgehalt historischer und politischer Geschehnisse, ihren gesellschaftlichen Beziehungen und dem Stellenwert des Menschen in der Welt. Als Pionierin der Großfotografie bedient sich Katharina Sieverding der Werkzeuge, wie sie in Theater, Film und Performance üblich sind.  


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