Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Sarah Moon

Die Wahrheit hinter der Fiktion

Weltweit erstmals ist in Hamburg vom 27. November 2015 bis 21. Februar 2016 das Gesamtwerk von Sarah Moon zu sehen. Die Ausstellung umfasst rund 220 fotografische Arbeiten und diverse Filme.

Die 1941 geborene Künstlerin arbeitete für Modefirmen wie Cacharel, Dior, Chanel und Christian Lacroix. Zu ihrem Werk gehören auch Märchen- und Werbefilme sowie Musikvideos.

Auch wenn Moon 1972 die erste Fotografin für den berühmten Pirelli-Kalender war, entspricht ihr Stil nicht dem freizügigen Glamour, der dort ansonsten vorherrscht: Die Frauen sind mit altmodischer Unterwäsche stark bekleidet. Zudem erzeugen die Pastellfarben und Unschärfen eine geradezu entkörperlichte Atmosphäre. Dies entspricht ihrem Credo, sich der kodifizierten Bildsprache von Sex und Glamour zu widersetzen, aber es bleibt schleierhaft, wie sie dieses gegenüber ihrem Auftraggeber durchsetzen konnte.

Kruder Realismus ist nicht ihre Sache. „Ich suchte die Wahrheit in der Fiktion“, wie sie in einem Interview mit „L‘Express“ im Mai 2010 sagte. Hierbei wagt sie immer den Balanceakt zwischen exakter Bildregie und Zufall. Um diesen zu finden, gestaltet sie eine Art Filmsetting, in dem sich ihre Models bewegen können. Dann erfasst sie den einen, möglichst intensiven Augenblick, der auch für sie selbst oft überraschend kommt.

Bild: Fashion 9, Yoji Yamamoto, 1996

 

 


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