Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Unscharfe Fotokunst

Stars der japanischen Fotoszene in Köln zu sehen

Das Japanisches Kulturinstitut in Köln stellt die hierzulande wenig bekannte, aber hervorragende japanische Fotokünstler vor. Besuchern steht die Schau vom 11. September bis 24. Oktober 2020 offen.

Die teils ungestüme Bildsprache der Fotos lässt sich vor dem Hintergrund der 1960er und 1970er Jahre verstehen: Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg erlebte Japan einen wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig traten aber auch gesellschaftliche Probleme zutage, die zu teils massiven Protesten führten, etwa den Unruhen an Universitäten, der Kolonisierung Okinawas, der Umweltverschmutzung oder dem Umgang mit der jüngsten Geschichte. Vor diesem Hintergrund entwickelten in den 1960er- und 1970er-Jahren auch FotografInnen eine neue visuelle Sprache und ein Bewusstsein für die sich verändernde politische und soziale Realität. Ihr Stil markierte einen radikalen Bruch mit der traditionellen Bildauffassung und wird als are, bure, boke beschrieben, als "rau", "unscharf" und "unfokussiert". Sowohl die 1959 gegründete Gruppe VIVO als auch das 1968 erstmals erschienene Fotomagazin PROVOKE spielten eine bedeutende Rolle in der Neuorientierung der japanischen Fotografie.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von zehn herausragenden Fotografen aus der Sammlung des Museum der Moderne Salzburg: Nobuyoshi Araki (*1940), Takashi Hanabusa  (1949),  Tetsuya Ichimura (*1930),  Yôji Jikihara (*1950), Kikuji Kawada (*1933),  Jun Morinaga (1937-2018), Daidô Moriyama (*1938), Yukata Takanashi (*1935), Chôtoku Tanaka (*1947) und Shûji Yamada (*1939).


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