Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
| Kategorien:  Events  

Von der Muse geküsst

Künstlerporträts aus einem Jahrhundert

Blitzt in den Augen das Genie auf? Wer es sucht, wird vielleicht in der Ausstellung "Künstler Komplex - Fotografische Porträts von Baselitz bis Warhol" fündig. Tatsächlich arbeiteten manche Künstler clever mit Porträtfotografen zusammen. Pablo Picasso etwa wusste seine eulenhaften Augen perfekt in Szene zu setzten. Im Berliner Museum für Fotografie kann man vom 29. Juni bis 7. Oktober 2018 die Gesichter zahlloser Künstler studieren, die oft von nicht minder bekannten Fotografen abgelichtet wurden.

Anhand von rund 180 Arbeiten der Jahre 1917 bis 2000 kann man nachvollziehen, wie sich das Bild des Künstlers wandelte. Berühmte aber auch wenig bekannte Fotografinnen und Fotografen, darunter Berenice Abbott, Brassaï, Henri-Cartier Bresson, Helga Fietz oder Jérôme Schlomoff sind mit ikonischen Porträts von Salvador Dalí über Frida Kahlo bis hin zu Jeff Koons und Marina Abramovic vertreten. Die Werke stammen aus der Sammlung Angelika Platen.

Die Ausstellung ist in drei Bereiche unterteilt: "Persona" thematisiert das Gesicht, das nach außen hin gezeigt wird. Mit den Attributen Pinsel, Palette oder Kamera ausgestattet und in festgelegten Posen präsentieren sich Künstler wie George Grosz oder Joan Miró im Atelier bei der Arbeit.

Als grundlegendes Antriebsmoment steht "Kreativität" im Zentrum der zweiten Sektion der Ausstellung. Zu sehen sind in den Schaffensprozess vertiefte Künstlerinnen und Künstler, leere Ateliers sowie fotografische Spiegelungen und Verzerrungen. Ausgewählte Gemälde, Skulpturen und Grafiken der Klassischen Moderne sollen zudem die Wechselwirkungen zwischen Fotografie und bildender Kunst veranschaulichen.

Die dritte Sektion "Pygmalion" bezieht sich auf den Mythos des antiken Bildhauers, der sich in sein eigenes Werk in Form einer weiblichen Statue verliebt. Ausgehend von dem durch Robert Doisneau in Szene gesetzten Bildhauer Charles Despiau stehen hier Künstlerinnen und Künstler wie Alberto Giacometti, Georgia O’Keeffe, Günther Uecker oder Jeff Koons mit ihren Arbeiten im Vordergrund.  


Anzeige