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Normal kann jeder

Zwischen Utopie und Gesinnungsterror

Sie versuchen die Werte Glück und Sinnhaftigkeit über die Konventionen unserer Leistungs- und Überflussgesellschaft zu stellen: Aussteiger. Das Münchner Stadtmuseum zeigt bis 22. Februar 2015 in der Ausstellung „Luxus der Einfachheit. Lebensformen jenseits der Norm“ wie Selbstversorger, Hippies, Pilgerer und religiös motivierte Aussteiger eine Gegenkultur bilden. Dabei werden auch die Schattenseiten der Utopie einer besseren Welt gezeigt.

- Alec Soth (geboren 1969) porträtierte in der Serie „Broken Manual“ anonyme Aussteiger, denen er mit der Kamera sehr nahe kam.

- Lucas Foglia (geboren 1983) zeigte in „A Natural Order“ den Spagat zwischen autarkem, kapitalismuskritischem Selbstversorgertum und einem Leben mit moderner Technik.

- Wytske van Keulen (geboren 1982) zeigt in ihrer Dia-Installation „Sous Cloche“, dass der Rückzug in die Einsamkeit oftmals in persönlichen Lebenskrisen, Krankheiten oder Trennungen gründet.

- Renate Niebler (geboren 1956) teilte für ihre Serie über die Nonnen des Sühneklosters „Karmel Heilig Blut“ auf dem KZ-Gedenkgelände Dachau deren Alltag.

- Tom Hunter (geboren 1965) begab sich mit seinen Freunden selbst auf die Reise und dokumentierte auf europäischen Musikfestivals das Aussteiger- und Hippieleben im Doppeldeckerbus.

- Timm Rauterts (geboren 1941) Werkgruppe über die kanadischen Wiedertäufer „Hutterer“, die streng nach christlichen Regeln leben, zeigt wie auch Joel Sternfelds (geboren 1944) Serie „Sweet Earth“ die Kehrseite auf, die das Leben außerhalb der Mainstreamgesellschaft mit sich bringen kann: Die Utopie einer besseren Welt geht hier zugleich mit Autorität, Züchtigung von Kindern und patriarchalen Strukturen einher.

- Roger Eberhard (geboren 1984) präsentiert Boutique-Hotels in Südafrika. Diese auf Vier-Sterne-Hotels bieten Touristen westlichen Luxus hinter scheinbar ärmlichen Wellblechfassaden. Das zynischen Geschäftsmodell fing er in leicht überbelichteten Polaroidaufnahmen ein.

Bild: Tom Hunter

 


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