Erstellt von FOTO HITS-Redaktion
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Sterben - für was?

Platon porträtierte Soldaten

Militärische Konflikte und damit der Wehrdienst treten heute anders in unser Leben als zur Zeiten des Kalten Kriegs. Konflikte wie aktuell im Jemen sind schwer überschaubar, geschweige denn in Gut und Böse unterteilbar. Wer hier als US- oder UN-Soldat eingesetzt wird, weiß kaum mehr, für was er überhaupt stirbt. Hier setzt die Bilderserie des britischen Fotografen Platon an.

In "Service" (also "Wehrdienst") porträtierte er US-amerikanische Männer und Frauen sowie deren Familien, die ihrem Land dienen. Dabei gelang es ihm, mannigfaltige Blickwinkel einzufangen, die den Betrachter unabhängig von seinen politischen Ansichten berühren: Er lichtete einen beinamputierten Kriegsheimkehrer ab, waffenstarrende Kampfmaschinen, posierende Jungsoldaten, stolze Kadetten, einen Veteranen aus dem Irak-Krieg, der zum Anti-Kriegs-Aktivisten wurden und trauernde Verwandte. Fünf seiner Bilder sind in den sakralen Nischen der Böhm Chapel in Köln zu sehen. Die Öffnungszeiten sind vom 14. April bis 19. April 2015 von 11 bis 16 Uhr und anschließend bis 28. September 2015 immer samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Eines der Fotos soll sogar ein kleines bisschen die Wahl Barack Obamas beeinflusst haben. General Colin Powell war tief bewegt von dem Bild einer amerikanischen Muslima und Mutter, die am Grab ihres Sohnes trauert, und stellte klar, dass Integration in die Gesellschaft immer Priorität vor politischen Erwägungen haben muss. In der Hoffnung, Obama würde für mehr Respekt und Toleranz in der Gesellschaft stehen, unterstützte der Republikaner Colin Powell den demokratischen Kandidaten Obama und trug auf diese Weise ein Stück weit zu dessen Sieg bei.

Berühmt wurde Platon mit seinen politischen Porträts etwa von Barack Obama, Muammar Gaddafi, Vladimir Putin und George W. Bush sowie seinen Fotografien von anderen bedeutenden Persönlichkeiten unserer Zeit wie Muhammad Ali, Vivienne Westwood, Edward Snowden und Michael Douglas. Im Jahr 2008 erhielt Platon einen mehrjährigen Vertrag der Zeitschrift "The New Yorker" und trat damit die Nachfolge des verstorbenen Richard Avedon an.

 


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