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Stresstest

Model-Workshop mit dem Huawei P10

Ein Smartphone im Profistudio? Für manche Fotografen ist dies ein Sakrileg. Aber fünf ausgewählte FOTOHITS-Leser wagten den Versuch und testeten die Möglichkeiten eines Huawei P10 unter verschärften Bedingungen. Sie berichten, welche Erkenntnisse sie vom Workshop mit dem bekannten Fotografen Fabio Borquez mitnahmen.

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Gruppenbild mit Model: Links kniet Fabio Borquez, daneben stehen die Tester.

Wenn man schon einen Tabubruch begeht, dann richtig. Daher erhielten fünf ausgewählte Leser einen Workshop der Extraklasse. Mit Fabio Borquez stand ein renommierter Beauty- und Aktfotograf bereit, der süd­amerikanische Leidenschaft mit äußerster Genauigkeit verbindet. Ralf Schellen etwa berichtete vom Kurs: „Fabio ist top und vermittelt alle Inhalte auf sympathische Art.“

Den Testern standen insgesamt drei Beleuchtungsaufbauten zur Verfügung. Jeder bekam ein Huawei P10 Smartphone, mit dem er fotografieren durfte. Es punktet mit einer Leica Dual-Kamera 2.0, deren RGB-Sensor mit zwölf Megapixel für exzellente Farbfotos sorgt. Für Schwarz-Weiß-Aufnahmen steht ein eigener Monochromsensor mit 20 Megapixel bereit. Borquez erläuterte einige seiner technischen Details und dazu den Bokeh- sowie den Pro-Modus, der eine bewuss­te Bildgestaltung erlaubt. Ansonsten hatten die FOTO HITS-Leser freie Hand.

Ein wesentlicher Bestandteil des Tests war der Fotodruck. Berufsfotograf Borquez weiß, dass das „Pixel-Peepen“ auf dem Monitor wenig darüber aussagt, wie ein Foto letztlich beim Kunden ankommt. Daher gelangten die Bildergebnisse mithilfe eines Epson SC-P800 auf Tecco-Papier in „glossy“ und „matt“. So bekam das Smart­phone eine faire Chance, sich gegen High-End-Kameras zu behaupten.

Settings

Aufbau 1: 

  • Hedler HD 20
  • Softbox

Die Fotos mit dem roten Hintergrund entstanden mit einem Dauerlicht in Tageslichtqualität, das eine Softbox etwas streute.

Aufbau 2:

  • Hedler Profilux LED1000

Das Dauerlicht kam im Treppenhaus zum Einsatz. Es kann gut ohne Lichtformer verwendet werden, da es über eine Fokussiervorrichtung, eine Fresnellinse und eine stufenlose Anpassung der Helligkeit verfügt.

Aufbau 3:

  • Hedler DF 25 mit Reflektor und Softbox (Hauptlicht)
  • Hedler DF 15 mit Abschirmklappen (Gegenlicht)

Die strahlende Beleuchtung sorgte im Wohnzimmer für Atmosphäre. Diese eignete sich bestens für Porträts im Bokeh-Modus des Huawei P10.

Im Proberaum

Die Tester hatten am Aufbau des Workshops nichts auszusetzen – tatsächlich stieß er auf großes Lob. Sehr detailliert schildert Uli Gilles, wie er den Nachmittag erlebte: „Wir haben uns mit dem kontroversen Thema ‚Smartphone und professionelle Fotografie‘ auseinandergesetzt. Jeder der fünf Teilnehmer bekam ein Huawei P10 in die Hand und konnte einzeln einige Minuten mit dem Model arbeiten – und das an drei verschiedenen Sets im Haus.“ 

Mit dem Huawei P10 kamen alle ausnahmslos gut zurecht. Die niedrigste Bewertung war immer noch „OK“, gefolgt von „ungewohnt, aber schnell, da die Menüstruktur logisch aufgebaut ist“. Daneben gab es die Einschätzungen „einfach“ und „sehr gut“. Als einziger Wunsch blieb offen, die Einstellungen etwa für die Lichtempfindlichkeit dauerhaft zu speichern.

  • Das Menü im Pro-Modus ist Fotografen vertraut: „S“ für die Verschlusszeitvorwahl oder „EV“ für den Belichtungsausgleich kennen sie von eigenen Kameras. Die Redaktion interessierte daher vor allem, wie Spezialwerkzeuge wie der Bokeh- oder Monochrom-Modus ankamen. Bezüglich ersterem bewegten sich die Meinungen zwischen „kleine Spielerei“ und „sehr gut“. Die Leser können sich anhand der Abbildung am Artikelanfang selbst ein Bild davon machen, welcher Fraktion sie angehören. Ein klassischer Modus wie „Schwarz-Weiß“ stieß bei denen, die ihn benutzten, durchgehend auf Zustimmung.
  • Da das Huawei P10 seine Fotos im Raw-Format sichern kann, lässt sich am Computer noch einiges an Bildqualität herausholen. Dies steigerte die positiven Urteile sogar zu „sehr gut“ bis „ausgezeichnet“.
  • Man kann viel über die Stärken und Schwächen der jeweiligen Kamerasys­teme fachsimpeln, doch am Ende zählt das Ergebnis. Mit Blick auf das Display beurteilten es alle Teilnehmer als „Sehr gut“, einmal mit dem Zusatz „besser als mein iPhone 7“. Für den Ausdruck bewegten sich die Meinungen zwischen „überraschend gut“ und „ausgezeichnet“. Das war sicherlich nicht zuletzt dem hochwertigen Ausgabesystem geschuldet, zeigt aber zumindest, welche große Rolle die gesamte Arbeitsumgebung für die Bildqualität spielt.

Schon die Abbildungen auf dieser Seite beweisen, dass das Smartphone – auch wenn es keine Spiegelreflexkamera komplett ersetzt – im Studio eine gute Figur macht. Das Huawei P10 beeindruckte vor allem, wenn es professionell ausgereizt wurde: im Pro-Modus, mit Raw-Daten und hochwertigem Ausdruck. Für den Lesertester Alexander Weitauer war sogar klar: „Das Huawei P10 wird mein nächstes Handy sein.“

Helmut Springer: 

„Käme das Huawei P10 als Smartphone mit Fotofunktion für mich in Frage? Absolut.“

Ralf Schellen: 

„Das P10 ist bei der ‚Street Photography‘, bei privaten Familien- und Urlaubsfotos eine Alternative zur Kamera.“

Christian Heidbreder: 

„Die Handhabung ist einfach. Doch speichert das Smartphone die Aufnahmeeinstellungen nicht ab.“

Uli Gilles: 

„Das Huawei P10 würde ich wegen des Bokeh- und des Schwarz-Weiß-Modus kaufen“.

Alexander Weitauer: 

„Die Bildqualität des Huawei P10 ist auf dem Display und im Ausdruck sehr gut.“