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Saumselig

Chromatische Aberrationen entfernen

Farbsäume trüben den Gesamteindruck eines Fotos, da sie etwa Kontrastkanten aufweichen. Insbesondere Aufnahmen mit Extrembrennweiten profitieren von einer Korrektur. Diese ist kostenlos durchfühbar.

Chromatische Aberrationen (kurz CA) klingen nach einer Lustseuche und sind ähnlich verbreitet. Sie erscheinen als bläulicher, grünlicher oder rötlicher Farbsaum an Motiv­umrissen.

Die nachfolgend vorgestellten Gratisfilter schaffen Abhilfe. Ihre Installation zeigen wir ausführlich hier. Anzumerken ist, dass die Filter unter zwei Umständen unnötig sind:

  • Wenn man sowohl mit Rohdaten arbeitet, als auch Programme wie „Adobe Photoshop CS“, „Adobe Photoshop Lightroom“ oder „DxO Optics Pro“ besitzt.
  • Manche Kameras rechnen das Problem selbstständig heraus. Daher erspart man sich die Bearbeitung am Computer. 
Gitterstrukturen, die überdies mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen wurden, fangen sich auf jeden Fall Farbsäume ein. Links sind im vergrößerten Bildausschnitt farbige Ränder zu sehen.
Gitterstrukturen, die überdies mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen wurden, fangen sich auf jeden Fall Farbsäume ein. Links sind im vergrößerten Bildausschnitt farbige Ränder zu sehen.

ChromAcute

ChromAcute“ ist ab „Photoshop CS“ oder in eine aktuelle „Photoshop-Elements“-Version integrierbar. Es ergänzt aber nur letztere Software sinnvoll. Nachdem die Datei „ChromAcute.8bf“ ins Plug-in-Verzeichnis kopiert wurde, taucht beim nächsten Programmstart ein neuer Eintrag unter „Filter“ auf. Der Helfer erfordert keine Anpassungen, sondern korrigiert Farbsäume automatisch.

Größe: um 100 Kilobyte

Systemvoraussetzungen: Windows und Mac OS, ab Photoshop CS

Website: www.chromacute.com

Fix CA

Benutzer des kostenlosen Bildbearbeitungsprogramms „GIMP“ können auf einen anderen Filter ausweichen: „Fix CA“.

Die Windows-Version lässt sich hier herunterladen. Der Filter landet als komprimiertes Zip-Paket auf der Festplatte. Dieses lässt sich entpacken, wonach es unter anderem die ausführbare Datei „fix-ca.exe“ preisgibt.

Diese verschiebt man in das Plug-in-Verzeichnis, gewöhnlich C:\Programme\GIMP2\lib\gimp\2.0\plug-ins. Beim nächsten Start von „GIMP“ steht „Fix CA“ unter „Filter – Colors – Chromatic Aberration“ bereit.

Unter Linux erfolgt die Installation etwas anders. Voraussetzung ist, dass das Paket „gimp-devel“ bereitsteht. Debian, Suse oder Ubuntu bieten hierfür auch grafische Benutzeroberflächen. Dann wird die Datei „fix-ca.c“ heruntergeladen, die auf der im Kasten angegebenen Website bereitsteht. Der Befehl gimptool-2.0 --install fix-ca.c auf der Textkonsole richtet den Filter in „Gimp“ ein.

Die Handhabung ist problemlos. Die Interpolation sollte immer auf „Cubic“ eingestellt werden, da sie die besten Ergebnisse bringt. Dann widmet man sich den weiteren Einstellungen. Je nachdem, wo die chromatischen Aberrationen auftreten, sind andere Regler zuständig.

Befinden sie sich nur am Rand, dann sind die beiden Regler unter „Lateral“ gefragt. Dies ist insbesondere bei Weitwinkelaufnahmen der Fall. Das Entfernen einer CA ist einfach: Im Vorschaufenster wählt man einen Bildausschnitt, der den Fehler deutlich zeigt.

Beispielsweise handelt es sich um einen bläulichen Farbsaum. Sobald der Regler für Blau hochgezogen wird, verschwindet er, wovon man sich mithilfe der Ansicht im Vorschaufenster überzeugen kann. Ebenso verschwindet ein roter Farbsaum dank des Reglers „Red“.

Kommen die Fehler dagegen gleichmäßig im gesamten Foto vor, versucht man sich an den Reglern unter „X-axis“ und „Y-axis“. Gewöhnlich ist nur jeweils einer wichtig. Wenn etwa rote Farbsäume seitlich an einer Kante erscheinen, nimmt man sich X-axis und „Red“ vor. Tauchen dagegen blaue Farbsäume oberhalb von Strukturen auf, ist eine Bearbeitung mit Y-axis und „Blue“ angesagt.

Mit einiger Übung lässt sich die CA-Seuche leicht eindämmen.

Größe: 579 Kilobyte für Windows

Systemvoraussetzungen: Windows, Linux, Mac OS, nur für GIMP

Website: kcd.sourceforge.net/fix-ca.php

„Gimp“ steht jedem Betriebssystem und Benutzer offen. Die Oberfläche von „FixCA“ sieht mit den vielen Reglern komplizierter aus, als sie ist. Gewöhnlich muss man nur einen von ihnen bedienen.
„Gimp“ steht jedem Betriebssystem und Benutzer offen. Die Oberfläche von „FixCA“ sieht mit den vielen Reglern komplizierter aus, als sie ist. Gewöhnlich muss man nur einen von ihnen bedienen.