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Angetestet: Sony RX10 III mit Ultra-Zoom und 4K-Video

FOTO HITS hatte während der Preisverleihung zu den „Sony World Photography Awards 2016“ Gelegenheit, das brandneue RX10-III-Modell von Sony einem ersten Test zu unterziehen.

Um die „Bridge-Kameras“ ist es in letzter Zeit ruhiger geworden. Das sind Modelle, die ihren Namen der Tatsache verdanken, dass sie die Größe einer Kompaktkamera mit den Einstellmöglichkeiten einer Systemkamera sowie dem Brennweitenspielraum eines ganzen Objektivskoffers für SLRs kombinieren. Mit der RX10 III baut Sony nun seine Reihe hochwertiger Edel-Kompaktkameras um eine Version mit Ultrazoomobjektiv aus, die damit den Bridge-Kameras angehört.

BEWÄHRTES UND NEUES

Die Sony RX10 III basiert auf den RX10-Modellen, die mit einem Sensor der Ein-Zoll-Klasse ausgerüstet sind. Wie schon bei der Ende 2015 vorgestellten RX10 II kommt auch beim neuen Modell ein Sensor mit 20 Megapixel Auflösung zum Einsatz.

Sony RX10 III: Rückseite mit Klappmonitor
Sony RX10 III: Rückseite mit Klappmonitor

Damit bietet die Kamera grundsätzlich die umfangreiche Ausstattung einer hochwertigen Systemkamera, aber eben mit einem fest eingebauten Objektiv. Letzteres muss kein Fehler sein – ganz im Gegenteil: Erstens bietet es durch seinen extremen Brennweitenbereich die Flexibilität, den Bildausschnitt quasi an jede Aufnahmesituation anpassen zu können, zweitens ist es optimal auf den Sensor und die Kameraelektronik abgestimmt.

Das ist auch in den ersten Testbildern erkennbar. Fehler wie chromatische Aberrationen oder Verzeichnungen werden von der internen Verarbeitung praktisch vollständig kompensiert, die Fotos wirken scharf und detailreich selbst bei voller Ausnutzung des 600-Millimeter-Teles.

Die Lichtstärke ist im Weitwinkel mit 1:2,4 deutlich besser als die vieler Kompaktkameras, im Ultratelebereich hält die RX10-III-Optik locker mit den extrem langen Brennweiten für SLR-Kameras mit. Professionellen Ansprüchen genügt die Kamera übrigens auch in einem weiteren Punkt: Sie ist aufwändig abgedichtet und damit auch für den Outdoor-Einsatz geeignet.

ERSTE ERGEBNISSE: TOP-OBJEKTIV

Sony RX10 III: 8,8 bis 220 Millimeter entspricht Kleinbildobjektiv mit 24 bis 600 Millimetern Brennweite
Sony RX10 III: 8,8 bis 220 Millimeter entsprechen Kleinbildobjektiv mit 24 bis 600 Millimetern Brennweite

Trotz des immensen Zoombereichs erfolgt die automatische Fokussierung mit der neuen Sony sehr flott. Der Hersteller gibt 0,09 Sekunden als Dauer für die Autofokussierung an, was durch den relativ langen Fokussierweg der Riesenoptik in der Praxis nicht erreicht wird. Dennoch reagiert die Sony RX10 III sehr flott und entschieden.

Die Kamera verdeutlicht einmal mehr, wie extrem unterschiedliche Bildwirkungen sich aus einer Ultrazoomkamera herausholen lassen. Das erste Bild zeigt eine Weitwinkelaufnahme an der Londoner Themse, auf der die rote Markierung den Bildausschnitt anzeigt, der in der folgenden Aufnahme mit 600 Millimetern Brennweite von identischer Position aus aufgenommen wurde. Die weit entfernten Personen lassen sich mit dem Tele problemlos formatfüllend ins Bild setzen. 

Sony RX10 III: Weitwinkelaufnahme mit 24 Millimetern Brennweite
Sony RX10 III: Weitwinkelaufnahme mit 24 Millimetern Brennweite
Sony RX10 III: Gleicher Kamerastandpunkt, aber jetzt Teleeinstellung mit 600 Millimetern Brennweite
Sony RX10 III: Gleicher Kamerastandpunkt, aber jetzt Teleeinstellung mit 600 Millimetern Brennweite

Die Qualität ist dabei auch im Tele beeindruckend. Die Kontrastwiedergabe ist sehr gut, die Schärfeleistung ebenfalls erstaunlich gut. Letzteres verdankt die Kamera auch ihrem aufwändigen optischen Bildstabilisator, der eine Linsengruppe innerhalb der Optik kontinuierlich gegen die jeweilige Verwacklungsrichtung verschiebt und diese damit ausgleicht.

Noch etwas mehr lässt sich vermutlich aus den Bildern herausholen, wenn man das Raw-Format nutzt. Die RX10 III wird zur Entwicklung und Konvertierung dieser Bilder mit „Capture One Express (for Sony)“ geliefert. Das ist eine speziell für Sony-Anwendungen angepasste Consumer-Variante des kommerziell von Phase-One produzierten Programms „Capture One“. Die Software erlaubt umfassende Korrekturen und Optimierungen der Bilder. Die hier gezeigten Abbildungen aber entstanden alle als ganz normale JPEG-Aufnahmen.

Testbild 600 Millimeter mit Markierungen für Bildausschnitte

Sony RX10 III: Teleaufnahme mit 600 Millimetern (rote Markierung zeigt Position der vergrößerten Ausschnitte)
Sony RX10 III: Teleaufnahme mit 600 Millimetern (rote Markierung zeigt Position der vergrößerten Ausschnitte)
Sony RX10 III: 1:1-Ausschnitt-Nummer 1 aus 600-Millimeter-Testbild
Sony RX10 III: 1:1-Ausschnitt-Nummer 1 aus 600-Millimeter-Testbild
Sony RX10 III: 1:1-Ausschnitt-Nummer 2 aus 600-Millimeter-Testbild
Sony RX10 III: 1:1-Ausschnitt-Nummer 2 aus 600-Millimeter-Testbild

VIEL FÜR FILMER

Schon die ersten RX10-Modelle waren für Filmer hochinteressant. Die RX10 III besitzt jedoch so viele beeindruckende Möglichkeiten, dass erste Filmteams die RX10 III bereits als Zweitkamera für ihre Sony-A7R/S-Videoausrüstung im Vorfeld bestellt haben.

Zu den Vorteilen der RX10 III gehört selbstverständliche Filmen in 4K-Auflösung. Außerdem kommt mit XAVC-S die Consumer-Variante des Profi-Dateiformats von Sony zum Einsatz, das unter anderem hohe Datenraten für eine bessere Bildqualität bereitstellt. Dabei bleibt die Kamera dank schnellem - auch kontinuierlichem - Autofokus und ebenso flotter Automatikbelichtung jederzeit einfach bedienbar.

Über ihre HDMI-Schnittstelle gibt die Kamera das Videosignal „sauber“, also ohne Overlay-Informationen etwa zu Belichtungseinstellungen aus. So kann man auch so genannte „Field-Recorder“ – etwa von Atomos – für eine professionelle Filmaufzeichnung einsetzen.

Von der RX10 II übernommen hat die RX10 III auch mächtige Zeitlupenfunktionen. Bis zu 1.000 Bilder – bei moderat reduzierter Auflösung – sind mit der Kamera möglich. Sportaufnahmen, aber auch andere Situationen, in denen man die Zeit auf faszinierende Weise dehnen möchte, gehören damit zu den Spezialitäten der neuen Sony RX10 III.

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