Praxis

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Olympiareif

Jan Hinkel gestaltet kraftvolle Porträts von Athleten. Solche Aufnahmen verlangen auch dem Fotografen viel Training und eine gute Ausrüstung ab. Nachfolgend erklärt der Profi , wie man beides bündelt, um rekordverdächtige Sportfotos zu erhalten.

Tipp 2: Fokus auf die Farbgebung

Die Aufnahme war so nicht geplant. Vorgesehen war der ‚Kugelstoßer‘ als Totale. Da mir das Motiv jedoch zu plump und offensichtlich war, entschied ich mich für eine Nahaufnahme der Muskulatur, die in dieser Position eindrucksvoll angespannt ist.

Als Lichtquelle diente ein Beauty-Dish mit weißer Innenbeschichtung, der wie eine Deckenlampe relativ steil von oben auf den Sportler leuchtete. Das Bild nahm ich leicht unterbelichtet auf, um sehr dunkle Hauttöne zu bekommen. Auf diese Weise konnte ich sie bei der digitalen Nachbearbeitung gut anpassen. Günstig sind in ,Adobe Photoshop‘ immer die so genannten Einstellungsebenen, da sämtliche Änderungen jederzeit angepasst oder zurückgenommen werden können.

Ich arbeitete mit ,Farbton/Sättigung‘, deren Regler die Rottöne etwas herausnahmen. Dagegen verstärkte ich die Farben der Kleidung, die so klare Akzente setzten. Weiter duplizierte ich die Ebene mit dem Original und wies der Kopie den Modus ,Weiches Licht‘ zu.

Entgegen dem Namen intensivierte sie die Kontraste. Generell benutze ich außerdem gerne Gradationskurven, die jedes Bildbearbeitungsprogramm bietet. Wenn sie S-förmig verbogen sind, verstärken sie ebenfalls die Kontraste.

Um dabei keine Farbtöne zu zerstören, sondern lediglich die Helligkeitsinformationen anzupassen, gibt es einen Kniff: Während man die Einstellungsebene ,Gradationskurven‘ anlegt, sollte aus der entsprechenden Klappliste als Modus ,Luminanz‘, gewählt werden.“

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Der beliebte „Beauty Dish“ (deutsch: Schönheitsschüssel) ist parabolförmig, im Zentrum sitzt ein Abdeckspiegel. Beides erzeugt ein dramatisches Licht.

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